Kind von Priester sexuell missbraucht: Kirche vertuschte den Vorfall

Limburg - Der sexuelle Missbrauch eines Kindes durch einen Priester im Bistum Limburg ist vertuscht worden.

Blick auf den Limburger Dom.
Blick auf den Limburger Dom.  © dpa/Boris Rössler

Zu diesem Ergebnis kommt ein am Mittwoch veröffentlichter Abschlussbericht, den die Diözese bei dem früheren Limburger Landgerichtspräsidenten Ralph Gatzka in Auftrag gegeben hatte.

Der Priester soll von 1986 bis 1993 seinen minderjährigen Pflegesohn mehrfach sexuell missbraucht haben.

In dem Abschlussbericht heißt es, das Missbrauchsopfer habe sich 1997 erstmals an eine Vertrauensperson gewandt, woraufhin Gespräche geführt worden seien. In der Personalakte des Priesters habe es später aber keinen Hinweis auf die Vorwürfe gegeben. Es liege außerdem nahe, dass der damalige Personaldezernent seine Vorgesetzten nicht eingeschaltet habe.

Der Priester sei nach einer Therapie wieder an alter Wirkungsstätte eingesetzt worden, "ohne dass Vorkehrungen getroffen wurden, um der Wiederholung von Missbrauchstaten entgegenzuwirken".

Die Staatsanwaltschaft sei damals weder von Seiten des Opfers noch vom Bistum eingeschaltet worden.

Der Priester hatte seinen Pflegesohn über mehrere Jahre sexuell missbraucht (Symbolbild).
Der Priester hatte seinen Pflegesohn über mehrere Jahre sexuell missbraucht (Symbolbild).  © 123RF/Artit Oubkaew

Titelfoto: dpa/Boris Rössler


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