Björn Höcke erklärt Grüne zum Hauptgegner und sich selbst zum "Rechtspopulisten"

Arnstadt - Am politischen Aschermittwoch stimmen sich die Parteien traditionell auf den Wahlkampf ein, die AfD hat dabei am Mittwoch in alle Richtungen ausgeteilt.

Björn Höcke während seiner Rede zum politischen Aschermittwoch in Arnstadt.
Björn Höcke während seiner Rede zum politischen Aschermittwoch in Arnstadt.  © DPA

Stefan Möller, Landessprecher der AfD in Thüringen, eröffnete den Abend vor rund 350 Zuschauern in Arnstadt und legte die Fahrtrichtung auch gleich fest. Bei der AfD dürfe "man immer Witze über Minderheiten machen, auch außerhalb des Karnevals".

Gleichzeitig ein deutlicher Seitenhieb in Richtung Annegret Kramp-Karrenbauer, die für ihre Karnevals-Rede heftige Kritik einstecken musste.

Der Höhepunkt des Abends ließ aber bis 21 Uhr auf sich warten - erst dann trat der umstritten Landesvorsitzende der AfD in Thüringen, Björn Höcke, vor das Rednerpult. Von ihm gebe es heute Abend nur politisch Korrektes, wie das in einer "real existierende Fassadendemokratie" sein müsse, begann er seine Rede und holte dann zum Rundum-Schlag gegen Parteien und Medien aus.

Letzteren attestierte er ein Totalversagen, während die Grünen zur "heimatvernichtenden Partei" und Hauptgegner der AfD wurden. Auch Verfassungsschutz-Chef Stefan Kramer wurde attackiert, nachdem er Höcke und seinen Flügel zum Prüffall erklärt hatte. Kramer sei ein Sozialpädagoge der sein Amt nach dem Willen einer "krypto-kommunistischen" Landesregierung leite.

Höcke sieht sich als "differenziert argumentierenden Rechtspopulisten"

Über sich selbst hatte Björn Höcke dann aber auch noch etwas zu sagen: "Ich bin ein differenziert argumentierender Rechtspopulist", erklärte er und verschonte im Nachgang auch den Islam nicht. Der gehöre in die Türkei, habe keinen Platz in Deutschland. Er und seine Partei werden alles dafür tun, dass Deutschland keinen muslimischen Bundeskanzler bekäme.

"Entmachten wir die Durchgeknallten in der Bundesregierung", ruft er zum Ende seiner Rede. Gemeinsam wolle man die politische Sonne im Osten aufgehen und über ganz Deutschland strahlen lassen.

Kritik schlägt der AfD währenddessen aus vielen anderen Parteien entgegen. Nicht nur CSU-Chef Markus Söder rief die gemäßigten Mitglieder zum Austritt auf, auch die Thüringer CDU schwor sich auf eine harte Auseinandersetzung mit der AfD ein.

"Die sind keine Alternative, die können das nicht, die müssen wir auch bekämpfen", sagte Mike Mohring. Aber man müsse die Wähler der anderen Ernst nehmen. Viele von ihnen suchten nach Orientierung und Aufgabe von Volksparteien sei es, Orientierung zu geben.

Titelfoto: DPA

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