Gauland verteidigt Björn Höcke in Talkshow und wird gnadenlos ausgelacht

Erfurt - Dass Björn Höcke eine der meist diskutiertesten Personalien der AfD ist, ist nichts Neues. Wie sehr er aber polarisiert, bekam nun auch der Fraktionsvorsitzende der AfD, Alexander Gauland wieder zu spüren.

Zuletzt zeigte sich Alexander Gauland am 1. Mai in Erfurt bei einer Demonstration an der Seite von Björn Höcke.
Zuletzt zeigte sich Alexander Gauland am 1. Mai in Erfurt bei einer Demonstration an der Seite von Björn Höcke.  © DPA

Gauland war in der Talkshow von Maybrit Illner zu Gast, gemeinsam mit den anderen Gästen wollte man sich weiter mit dem Skandal um das Ibiza-Video aus Österreich beschäftigen.

Mit dabei war auch ein AfD-Aussteiger: Jörn Kruse. Er war AfD-Vorsitzender in Hamburg, verließ 2018 die Partei unter großen Protesten gegen der Rechtsruck.

Im Zentrum seiner Kritik steht bis heute Björn Höcke, über den Gauland, Kruses Meinung nach, noch immer eine schützende Hand halte.

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Das wollte sich der Fraktionsvorsitzende nicht gefallen lassen, verteidigte Höcke und erntete eine unerwartete Reaktion.

Denn als er den Vorsitzenden der AfD in Thüringen als "Nationalromatiker" bezeichnete, der eine übersteigerte Liebe zu Deutschland habe, brach das Publikum in Gelächter aus!

Davon beirren ließ sich Gauland nicht, sagte weiter, dass er garnicht wisse, wo er sich da distanzieren soll. Es gäbe rechtsextreme Tendenzen in den Partei, die aber würden mit den Ausschlussverfahren abgedeckt.

AfD hält weiter zur FPÖ

Zum eigentlichen Thema der Sendung hatte Gauland zudem eine strickte Meinung. Das Video über den Vorfall in Ibiza, der weitreichende Folgen auf die Regierung Österreich hatte, hätte nie veröffentlicht werden dürfen. Aus Gaulands Sicht hätten die Erkenntnisse aus den Aufnahmen auch diskreter genutzt werden können.

"Man hätte das, was an politischen Informationen in dem Video drin ist, veröffentlichen können und das Video als Beleg dafür, dass das die Wahrheit ist, aufheben können."

Trotz der Video-Affäre, die einen Bruch der rechtskonservativen Regierung in Wien zur Folge hatte, will Gauland an der Partnerschaft mit der österreichischen Schwesterpartei festhalten. "Ich kann doch nicht das Fehlverhalten eines Menschen der Partei anlasten."

Wer sich die komplette Sendung noch einmal anschauen möchte, der findet die Folgen hier.

Alexander Gauland in einer von zwei Fraktionsvorsitzenden der AfD.
Alexander Gauland in einer von zwei Fraktionsvorsitzenden der AfD.  © DPA

Titelfoto: DPA

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