Björn Höcke geht bei Twitter auf Herbert Grönemeyer los und kassiert Shitstorm

Erfurt - Das ging wohl etwas nach hinten los. Björn Höcke hat sich auf Twitter mit einem Tweet über Herbert Grönemeyer wenig Freunde gemacht.

Björn Höcke bekam auf Twitter wenig Zustimmung für seine Aussagen.
Björn Höcke bekam auf Twitter wenig Zustimmung für seine Aussagen.  © Screenshot/Twitter/bjoernhoecke/DPA

Der Vorsitzende der AfD in Thüringen und Gründer des rechten Flügels regte sich in den sozialen Netzwerken über eine neue Kampagne des Sängers auf, die gegen Hass in der Gesellschaft und für ein buntes offenes Land werben soll.

Im Mittelpunkt steht dabei eine Zeile aus seinem Song "Fall der Fälle". Der Hashtag #keinmillimeternachrechts soll Menschen auffordern, dem Rechtsruck in der Gesellschaft entgegen zu arbeiten.

AfD-Mann Björn Höcke sieht darin aber einen Angriff gegen seine Partei und seine politischen Vorstellungen, greift den Sänger direkt an. "Herbert Grönemeyer flüchtete aus dem 'bunten' Bochum und vor dem Finanzamt. Jetzt will er jene belehren, die mit den Konsequenzen seiner politischen Spinnereien leben und mit ihren Steuern alles bezahlen müssen", schreibt er.

Gerüchte, dass Herbert Grönemeyer seine Steuern nicht in Deutschland, sondern in Großbritannien zahlen würden (was auch nicht gerade ein Steuerparadies ist), gab es immer wieder, doch der Sänger schob dem schnell den Riegel vor, erklärte, dass er seine Steuern in Berlin zahle.

Shitstorm bei Twitter, Zustimmung bei Facebook

Herbert Grönemeyer beim Auftakt seiner Tour in Kiel.
Herbert Grönemeyer beim Auftakt seiner Tour in Kiel.  © DPA

Zustimmung findet der Politiker in den Antworten zu seinem Tweet deswegen eher weniger, ganz im Gegenteil, werden er und seine Partei ordentlich durch den Kakao gezogen. "Da war doch was am Jahrestreffen des Verbands Nordhausen-Eichsfeld-Mühlhausen mit Betrug oder etwa nicht", heißt es zum Beispiel, oder auch: "Soweit ich weiß, versteuert Herr Grönemeyer sein Einkommen über das Berliner Finanzamt. Woher beziehen Sie Ihre Spenden und 'Fakten'?".

Nicht der einzige Tweet zum Thema, immer wieder taucht der Vorschlag auf, Höcke solle sich zum Thema Geld lieber nicht äußern. Hintergrund: Höckes Kreisverband könnte eine Strafzahlung von 34.000 Euro drohen, da anscheinend Gelder des jährlichen Kyffhäusertreffen nicht richtig abgeben wurden.

Höcke versah seinen Tweet zudem mit dem Hashtag #Wende2019, den die AfD im Osten während des Wahlkampfs immer wieder benutzt hat. Doch dabei wurde dem in Lünen (Nordrhein-Westfalen) geborenen Politiker seine eigene Herkunft zum Verhängnis. "Bernd der Ossiversteher aus den Westen😂", "Du bist ja geflüchtet aus dem Westen, Bernd du süsser Zwerg", oder "Sind sie nicht auch in den Osten geflüchtet und preisen Westdeutsche als Unterdrücker der Ostdeutschen an?", heißt es so unter anderem.

Während Höcke auf Twitter seine Worte um die Ohren geschmissen werden und er einen anfangenden Shitstorm erntet, scheint er bei Facebook mehr Fans zu haben. Hier finden sich fast nur zustimmende Antworten unter dem gleichen Text, dem er aber noch Zeilen aus Heinrich Heines "Deutschland. Ein Wintermärchen" anhing, die suggerieren, dass der Bevölkerung Lügen unterbreitet werden, um es gnädig zu stimmen.

Ob sich Herbert Grönemeyer zu einer Antwort auf die Aussagen des Politikers hinreißen lassen wird, ist fraglich. Näher kommen werden sich die beiden aber am Freitag, denn dann gastiert der Sänger für eines seiner Tour-Konzerte im Erfurter Steigerwaldstadion. Und vielleicht hat er ja dort eine Botschaft für Björn Höcke mitgebracht..

Titelfoto: Screenshot/Twitter/bjoernhoecke/DPA

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