Der AfD droht eine neue Spendenaffäre um Björn Höcke

Erfurt/Berlin - Gerade erst hatte die AfD-Spitze um Alexander Gauland und Alice Weidel der Bundesverwaltung eine Gönnerliste in der Spendenaffäre der Partei vorgelegt, da scheint es schon die nächsten Probleme zu geben.

Björn Höcke bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Thüringer Landtag.
Björn Höcke bei der Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Thüringer Landtag.  © DPA

Denn, wie die Bild am Sonntag berichtet, gebe aus auch im "rechten Flügel" um den Thüringer AfD-Landesvorsitzenden Björn Höcke einige Ungereimtheiten.

Interne Weihnachts-Mails sollen so belegen, dass der Flügel Geld für seine Arbeit sammle, aber an den offiziellen AfD-Gremien vorbei.

Höcke rief in diesen Mails auf, an den externen Verein "Konservativ!" zu spenden über den die Veranstaltungen des Flügels finanziert werden sollen.

Dem Bundesvorstand gefiel dies gar nicht, er hatte beschlossen, dass der Flügel nur in Absprache mit den Schatzmeistern Geld sammeln dürfen.

Zum einen wegen der über den Köpfen der Partei hängenden Spendenaffäre, zum anderen, weil dem Rest der Partei so Geld entgehen würde.

Die Spenden an den Verein könnte als illegale Spenden ausgelegt werden, da durch sie AfD-Veranstaltungen finanziert werden sollen. Die AfD selbst wollte sich nicht zu den Vorwürfen äußern.

Gauland: Höcke habe übersteigerte Liebe zum Land

Alexander Gauland gratulierte Björn Höcke nach seiner Wahl zum Spitzenkandidaten der Thüringer AfD persönlich.
Alexander Gauland gratulierte Björn Höcke nach seiner Wahl zum Spitzenkandidaten der Thüringer AfD persönlich.  © DPA

Geäußert hat sich dafür der Vorsitzende Alexander Gauland über Björn Höcke. Der Politiker war in der Talkshow von Sandra Maischberger zu Gast und wurde immer wieder zum Chef des rechten Flügels befragt, Gauland ging dabei auf Verteidigungskurs.

Höcke sei "ein sehr kluger, gebildeter Mann, der allerdings eine übersteigerte Liebe zu diesem Land hat. Er ist das, was man einen Nationalromantiker nennt", so Gauland. Der Vorsitzende der AfD in Thüringer sei kein Nazi oder Rechtsradikaler, sondern jemand "der mit leidenschaftlichem Herzen als Geschichtslehrer die Geschichte, die Kultur dieses Landes liebt".

Er gestand aber ein, dass die Demonstrationen von Höcke und den AfD-Vorsitzenden aus Brandenburg, Andreas Kalbitz, und aus Sachsen, Jörg Urban, aus dem Ruder gelaufen seine. Bei der Demonstration hatten die AfD-Verantwortlichen neben bekannten Neonazis demonstriert.

Der ehemalige Chef der Hamburger AfD, Jörn Kruse, ging sogar noch weiter, nannte Höcke einen rechten Spinner. Kruse gehörte zum Kreis um Parteigründer Bernd Lucke und trat vor einiger Zeit aus der Partei aus.

Björn Höcke ließ die Kritik nicht lange auf sich sitzen und antwortete mit einem offenen Brief an die Moderatorin bei Facebook. Zwar habe seine Familie keinen Fernseher, aber bei einem Bekannten habe er die Sendung zufällig gesehen. Ihm habe besonders missfallen, dass immer wieder über Personen geredet werden, die nicht anwesend seien.

Er selber stelle sich gerne zur Verfügung um die Fragen über seine Person persönlich und vor der Kamera zu beantworten. "Neben der allgemeinen Lage können wir uns dann etwa auch über die Themen Rente, Migration oder Bildung austauschen.", beendete Höcke seinen Brief.

Titelfoto: DPA

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