Ausgerechnet jetzt: Razzia in Firma von CDU-Kandidat Friedrich Merz

München - Ist der Zeitpunkt Zufall? Ausgerechnet nachdem bekannt wurde, dass Friedrich Merz (62) für den CDU-Vorsitz kandidieren wird, gerät das Unternehmen, für welches er arbeitet, in das Visier der Staatsanwaltschaft.

Friedrich Merz (62, CDU) ist seit 2017 Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock Deutschland.
Friedrich Merz (62, CDU) ist seit 2017 Aufsichtsratsvorsitzender von BlackRock Deutschland.  © DPA

Wie Bild berichtet, wurden am Dienstagvormittag die Geschäftsräume der Vermögensverwaltung BlackRock in München durchsucht.

Bis zu 20 Ermittler sollen in den Büros der Vermögensverwaltung nach Unterlagen gesucht haben, die sich um Steuergeschäfte, sogenannte Cum-Ex, drehen. Laut Bild sollen bei diesen Geschäften 10 Milliarden Euro Steuern hinterzogen worden sein. Die Staatsanwaltschaft hat sich bisher noch nicht zu den heutigen Durchsuchungen geäußert.

Die Ermittlungen der Kölner Staatsanwaltschaft beziehen sich auf Vorgänge in den Jahren 2007 bis 2010, also lange bevor Friedrich Merz dort im Jahr 2016 als Aufsichtsratschef anfing. Dennoch steht der CDU-Politiker gerade wegen der Tätigkeit für den weltgrößten Finanzverwalter BlackRock und die mit ihm verbundenen Geschäfte in der Kritik.

Erst vor wenigen Tagen hatte er in der Süddeutschen Zeitung Steuertricks zulasten der Staatskasse verurteilt: "Aktien-Geschäfte wie Cum-Ex und Cum-Cum dienen letztlich dazu, die Steuerzahler auszunehmen". Derartige Geschäfte seien "vollkommen unmoralisch", unabhängig von der juristischen Bewertung. "Dieser Meinung war ich schon immer und habe dies auch immer zum Ausdruck gebracht."


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