Blaues Wunder bald nur noch zweispurig für Autofahrer?

Imposant, aber marode und ein Problem für Radfahrer: Das Blaue Wunder verbindet Loschwitz mit Blasewitz.
Imposant, aber marode und ein Problem für Radfahrer: Das Blaue Wunder verbindet Loschwitz mit Blasewitz.

Von Dominik Brüggemann

Dresden - Der Lack am Blauen Wunder ist ab, die bislang dreispurige Elbquerung zwischen Loschwitz und Blasewitz zählt zu den sanierungsbedürftigsten Brücken von Dresden. Nur noch bis etwa 2030 wird mit ihr geplant.

Immerhin: Bau- und Verkehrsbürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (39, Grüne) arbeitet an einem Konzept. Die Brücke könnte zweispurig und damit zum Nadelöhr für Autofahrer werden. Profitieren würden Radfahrer und Brücke.

Für Radler ist die Fahrt über das Blaue Wunder bislang eine Tortur: Die Fußgängerwege an den Seiten sind für sie offiziell tabu, auf den drei schmalen Autospuren geht’s eng zur Sache.

Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (39, Grüne).
Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (39, Grüne).

Schmidt-Lamontain bestätigt: „Die Brücke ist ein Unfallschwerpunkt“. Im Jahr 2015 hat es auf der Brücke insgesamt zehn Mal gekracht, zwei Radler hat es dabei laut Statistik erwischt.

Auch die Zufahrten auf die Brücke sind ein Problem: Am Körnerplatz krachte es 35 Mal (sieben Radfahrer) und am Schillerplatz zwölf Mal (drei Radler).

Der Fachbürgermeister muss eingestehen: „Für den Radverkehr auf der Brücke wurde bislang keine überzeugende Lösung gefunden.“

Aber seine Mitarbeiter im Amt schlafen nicht. Intern arbeiten die Verkehrsexperten an einer Lösung, die er konkret erst im Herbst vorstellen will.

Kommt die zweispurige Variante, hätte sie viele Vorteile: Die Belastung der Brücke würde abnehmen. Die Radler und Fußgänger hätten endlich Platz.

Aber auch mit dem neuen Verkehrskonzept: Lackiert und repariert ist die Brücke dann immer noch nicht.

Auf der Brücke geht’s für Radler eng zu. Eine zweispurige Variante wäre die Lösung.
Auf der Brücke geht’s für Radler eng zu. Eine zweispurige Variante wäre die Lösung.

So schlecht geht's der Alberthafen-Brücke

In ungenügendem Zustand ist die Brücke über die Einfahrt zum Alberthafen- Becken.
In ungenügendem Zustand ist die Brücke über die Einfahrt zum Alberthafen- Becken.

Richtig schlimm steht’s um die Brücke über das Alberthafen-Becken (Friedrichstadt).

Das Technische Denkmal gehört offiziell der Sächsischen Binnenhafen Oberelbe GmbH, wird aber seit 2007 von der Stadt Dresden unterhalten.

„Die Zustandsnote beträgt 4,0“, musste die Stadt auf Anfrage von Stadtrat Peter Bartels (70) einräumen - schlechter geht’s nicht! Die Brücke ist für Autos gesperrt, die Sicherheit für Radler und Fußgänger ist aber noch gewährleistet.

Immerhin: „Eine Sanierung der historischen Brücke wird geplant“. Wie der Elberadweg, der über die Brücke verläuft, umgeleitet wird, ist noch unklar.

Fotos: Eric Münch, Holm Helis, Ove Landgraf


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