"Blütenwunder des Nordens": Krokus-Blüte lockt Tausende Besucher

Husum - Seit mehreren hundert Jahren lockt das "Blütenwunder des Nordens" zehntausende Besucher in die nordfriesische Hafenstadt Husum. Rund vier Millionen lilafarbene Krokusse schmücken den Schlosspark des kleinen Städtchens.

Ein Meer aus blühenden Krokussen bedeckt die Anlagen rund um das Schloss in Husum, Schleswig Holstein. Am Wochenende wird hier das traditionelle Krokusblütenfest gefeiert.
Ein Meer aus blühenden Krokussen bedeckt die Anlagen rund um das Schloss in Husum, Schleswig Holstein. Am Wochenende wird hier das traditionelle Krokusblütenfest gefeiert.  © DPA

Der Ursprung der nordfriesischen Blütenpracht ist bis heute nicht sicher geklärt. Nur eins weiß man: Die Friesen wollten wohl irgendwann einmal den echten Safran-Krokus an der Nordseeküste heimisch zu machen.

Entweder siedelten Husumer Mönche die lila blühenden Pflanzen im 15. Jahrhundert in ihrem Klostergarten an, um mit Safran aus den getrockneten Narben der Krokusse ihre liturgischen Gewänder zu färben.

Oder Herzogin Marie Elisabeth pflanzte sie Mitte des 17. Jahrhunderts an, um den Safran als Gewürz für ihre Zuckerbäckereien zu nutzen.

Wer auch immer es war: Er oder sie pflanzte die falschen Blumen und heute ist das allen egal.

Der lilafarbene Krokus in Husum sieht dem Safran-Krokus jedoch täuschend ähnlich. Er hat jedoch keine Blütennarben, aus denen man die begehrten Safranfäden gewinnen kann. Und: Der Safran-Krokus ist eine sterile Hybrid-Pflanze, die nicht gezüchtet werden kann.

Weil die Blütenpracht sich aber trotzdem in einem eindrucksvollen Teppich aus lila Blütenköpfen ergießt, lockt das "Blütenwunder des Nordens" jedes Jahr im Frühling tausende Besucher nach Husum. Das Meer aus blühenden Krokussen bedeckt die Anlagen rund um das Schloss und am kommenden Wochenende wird in hier auch das traditionelle Krokusblütenfest gefeiert.

Update, 17. März, 10:00

Husums Krokuskönigin 2019, Therese Thamsen, und ihr Vorgänger Oke der Erste stehen auf dem Balkon des Alten Rathauses.
Husums Krokuskönigin 2019, Therese Thamsen, und ihr Vorgänger Oke der Erste stehen auf dem Balkon des Alten Rathauses.  © DPA

Unter grauem Himmel und bei Sprühregen hat Husum am Wochenende die Ankunft des Frühlings gefeiert: Das traditionelle Krokusblütenfest der Nordfriesen startete am Sonnabend bei norddeutschem Schietwetter.

"Wir brauchen zum Feiern kein besonderes Wetter: Wir haben die Sonne im Herzen", rief Peter Cohrs von der Werbegemeinschaft Husum den zahlreichen Gästen zu. Sie kamen, um die mehr als vier Millionen Krokusse in der Nordseestadt zu bewundern.

Für das Spektakel wurde die Innenstadt zum Teil gesperrt. Mehr als 50 Buden und Verkaufsstände wurden aufgebaut. Dazwischen ein Drehorgelspieler und ein Spielmannszug, und über allem der Geruch von Erbsensuppe, frisch gebackenem Brot und Kaffee.

Die neue Krokusblütenkönigin Therese erhielt bei der Eröffnung feierlich ihre Krone von der Majestät des Vorjahres. Im Anschluss wurde ebenso feierlich der Anschnitt der Krokusblütentorte zelebriert.

Titelfoto: DPA

Mehr zum Thema Hamburg:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0