Blutnacht von Hanau: Totengebet für zwei weitere Opfer des Anschlags

Hanau - Nach dem rassistischen Anschlag in Hanau hat die Trauerfeier für zwei weitere Todesopfer begonnen.

Mit einem muslimischen Totengebet an den Särgen der Opfer nahmen Menschen auf dem Marktplatz von Hanau Abschied.
Mit einem muslimischen Totengebet an den Särgen der Opfer nahmen Menschen auf dem Marktplatz von Hanau Abschied.  © Boris Roessler/dpa

Am Freitagnachmittag startete das Gedenken auf dem Marktplatz vor dem Rathaus mit einem Totengebet.

Anschließend sollten die beiden Opfer in einem Trauerzug zum Hauptfriedhof gebracht und dort auf einem muslimischen Gräberfeld beigesetzt werden.

Nach Angaben der Polizei versammelten sich auf dem Marktplatz etwa 3000 Menschen, um der Gedenkfeier beizuwohnen.

Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Stadt Hanau um einen 22-Jährigen gebürtigen Hanauer mit der Staatsangehörigkeit von Bosnien-Herzegowina und einen 21 Jahre alten Deutsch-Afghanen mit doppelter Staatsbürgerschaft. Die Trauerfeier am Freitag steht in einer ganzen Reihe von Bestattungen nach dem Anschlag.

Am Abend des 19. Februar hatte Tobias R., ein 43-jähriger Deutscher, insgesamt neun Menschen mit ausländischen Wurzeln an mehreren Tatorten erschossen.

Anschlag in Hanau: Täter hatte rassistische Gesinnung und war psychisch krank

Tausende Menschen verfolgen, wie der Sarg eines der Opfer über den Marktplatz von Hanau getragen wurde.
Tausende Menschen verfolgen, wie der Sarg eines der Opfer über den Marktplatz von Hanau getragen wurde.  © Boris Roessler/dpa

Der Sportschütze soll bei der sogenannten "Blutnacht von Hanau" auch seine Mutter getötet haben, bevor er sich selbst das Leben nahm.

Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der mutmaßliche Täter eine rassistische Gesinnung und war psychisch krank (TAG24 berichtete).

Die beiden Toten, die am Freitag beigesetzt werden sollten, waren die letzten beiden der neun Opfer des Anschlags mit ausländischen Wurzeln. Nur der Täter selbst und seine Mutter sind noch nicht bestattet worden, wie die Stadt mitteilte.

In der kommenden Woche am Mittwoch (4. März) ist eine zentrale Gedenkfeier in Hanau für die Opfer, ihre Angehörigen und mitfühlenden Bürger geplant.

Dazu werden unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) erwartet.

Das Foto zeigt Mitarbeiter der Spurensicherung an einem der Tatorte in Hanau.
Das Foto zeigt Mitarbeiter der Spurensicherung an einem der Tatorte in Hanau.  © Dorothee Barth/dpa

Titelfoto: Boris Roessler/dpa

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