Hier versucht ein Politiker, den Kita-Streik zu erklären

Melanie Seifert (32) kam mit ihrer Tochter Paulina (6) und den Kindern zweier Freundinnen, Tia Mischke (6) und Amelie Thiele (5), zur Eltern-Demo.
Melanie Seifert (32) kam mit ihrer Tochter Paulina (6) und den Kindern zweier Freundinnen, Tia Mischke (6) und Amelie Thiele (5), zur Eltern-Demo.

Von Caroline Staude

Chemnitz - Die gute Nachricht vorweg: Das Rathaus will die Kita-Beiträge für die Streik-Tage zurückzahlen. Die schlechte: Die Elternbeiträge steigen, wenn die Gewerkschaft ver.di ihre Forderung nach zehn Prozent mehr Gehalt durchsetzt.

„Meine Kinder wollen in den Kindergarten, ihre Freunde treffen“, sagt Mutter Melanie Seifert (32). Sie war gestern mit ihren Kindern zum Elternprotest im Moritzhof gekommen. Auch Stephanie Haller (30) kam mit Sohn Finn (4): „Ich verstehe die Erzieherinnen, aber die Kinder sind traurig.“ Anja Tegethoff (34): „Das muss ein Ende haben.“

Die Gewerkschaft ver.di fordert zehn Prozent mehr Gehalt. Die Kommunen können sich das finanziell nicht leisten. Sozialbürgermeister Philipp Rochold (52, parteilos) kam zu den Eltern zum Erklären. „Er sagte, der Stadt seien die Hände gebunden“, so Organisatorin Linda Hippold (23).

Die Eltern zogen während ihrer Demo vom Moritzhof vors Rathaus um. Sozialbürgermeister Philipp Rochold (52, parteilos) ging auf die Demonstranten zu.
Die Eltern zogen während ihrer Demo vom Moritzhof vors Rathaus um. Sozialbürgermeister Philipp Rochold (52, parteilos) ging auf die Demonstranten zu.

„So ehrlich müssen wir zu den Eltern sein: Wenn die Erhöhung durchkommt, dann werden vermutlich auch die Elternbeiträge steigen“, sagt Stefan Zierer (55) von ver.di. „Aber erst mal wäre da das Land nach mehr Zuschüssen gefragt, so steht’s im Kindertagesstättengesetz.“ Die frühkindliche Bildung sollte das aber allen wert sein, so Zierer.

Den Organisatoren der Eltern-Demo ist dieser Fakt bewusst: „Klar, wenn die Erzieher mehr Geld bekommen, werden die Beiträge für uns steigen. Aber wir wollen auch, dass sie wieder glücklich zur Arbeit kommen“, so Linda Hippold.

Am 8. Juli muss der Stadtrat noch absegnen, dass der Kita-Beitrag anteilig ab dem ersten Streiktag zurückerstattet wird.

Fotos: Klaus Jedlicka


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