Körperverletzung an der Ex: Gericht lässt Anklage gegen Jerome Boateng zu!

München - Das Amtsgericht München hat die Anklage gegen Bayern-Star Jerome Boateng (31) wegen einfacher, vorsätzlicher Körperverletzung an seiner ehemaligen Lebensgefährtin zugelassen. Das bestätigte Gerichtssprecher Klaus-Peter Jüngst auf Anfrage von "WDR" und "Süddeutscher Zeitung".

Bayern-Profi und 2014-Weltmeister Jerome Boateng (31).
Bayern-Profi und 2014-Weltmeister Jerome Boateng (31).  © Sven Hoppe/dpa

Bereits im Februar hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 31-jährigen Innenverteidiger erhoben. Damals lautete der Vorwurf gefährliche Körperverletzung (TAG24 berichtete).

Das Amtsgericht München ließ jedoch nur eine Anklage wegen einfacher, vorsätzlicher Körperverletzung zu, da keine hinreichenden Anhaltspunkte für eine gefährliche Körperverletzung erkennbar wären, wie der zuständige Richter begründete.

Die Staatsanwaltschaft soll Beschwerde eingelegt haben - sie ist vom Tatvorwurf gefährliche Körperverletzung überzeugt.

Boateng war mit der einstigen Lebensgefährtin zehn Jahre lang zusammen. Aus der Beziehung resultierten zwei gemeinsame Kinder.

Boatengs Rechtsvertreter erklärten bislang, dass es sich um einen "privaten Sachverhalt" handele, der auf "unbewiesenen Behauptungen Dritter" beruhe und riefen die Medien deshalb zur Zurückhaltung auf.

Update 16 Uhr: Anklage gegen Boateng - Es geht um zwei Tatkomplexe

"Es geht um zwei Tatkomplexe: Einmal soll geschlagen worden sein, im anderen Tatkomplex soll mit Gegenständen geworfen worden sein", sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft München I am Montag.

"Wir legen dem Herrn Boateng zur Last, dass er zwei Fälle der Körperverletzung, in einem Fall eine einfache, im anderen Fall eine gefährliche, zum Nachteil einer ehemaligen Lebensgefährtin begangen haben soll."

Der zuständige Richter am Amtsgericht hingegen sieht auch beim zweiten Komplex nach derzeitigem Ermittlungsstand keine gefährliche Körperverletzung. Zur Begründung führte der Richter nach Angaben eines Gerichtssprechers unter anderem an, dass die ehemalige Lebensgefährtin des Fußball-Weltmeisters damals beim Arzt nicht davon geredet habe, mit Gegenständen verletzt worden zu sein.

Außerdem gebe es Widersprüche zwischen den Zeugen, auch Videoaufnahmen deuteten nicht auf die Verwendung von Gegenständen hin.

Deshalb ließ der Richter nach einem ungewöhnlich langem Hin und Her im Zwischenverfahren nun zwar grundsätzlich die zwei Komplexe zur Anklage zu, bewertete die Vorwürfe aber nur als einfache Körperverletzung. Daraufhin legten Staatsanwaltschaft und die Nebenklagevertreterin Beschwerde ein.

Nun muss das Landgericht München entscheiden, ob die Bewertung des Richters oder der Staatsanwaltschaft dem Verfahren zugrunde gelegt wird. Im Anschluss werden Termine für das Verfahren festgelegt.

Der FC Bayern München war für eine Stellungnahme zunächst ebenso wenig zu erreichen wie Boatengs Anwalt.

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