Bob-WM: Kim Kalicki holt die Kohlen aus dem Feuer

Altenberg - Der alte Trainer-Fuchs Gerd Leopold hat wieder zugeschlagen. Denn nicht die als Olympiasiegerin und Weltmeisterin angereiste Mariama Jamanka (Oberhof) oder (Ex-)Vize-Weltmeisterin Stephanie Schneider (Erlabrunn) holten in Altenberg die deutschen Kohlen aus dem WM-Feuer. Eine 22-Jährige stahl den Etablierten die Show!

Kim Kalicki (r.) und ihre Anschieberin Kira Lipperheide freuten sich über WM-Silber.
Kim Kalicki (r.) und ihre Anschieberin Kira Lipperheide freuten sich über WM-Silber.  © DPA/Robert Michael

Unerschrocken raste Kim Kalicki viermal durch den Eiskanal im Kohlgrund. Und lag bis zum letzten Lauf in Schlagdistanz zur von Beginn an Führenden neuen Weltmeisterin Kaillie Humphries.

Die US-Amerikanerin ließ auf ihrer "Lieblingsbahn" nichts anbrennen, gewann mit einer Gesamtzeit von 3:45,49 Minuten.

Am Ende lag Kalicki 37 Hundertstel dahinter, die Kanadierin Christine de Bruin holte Bronze (+1,06 Sekunden).

"Es ist überwältigend", meinte die Wiesbadenerin, die vor wenigen Wochen erst Junioren-Weltmeisterin geworden war und unter den Fittichen der sächsischen Trainer um "Leo" lernt.

"Ich bekommen hier viel Unterstützung, jeder hilft jedem", verriet Kalicki, die mit einem ähnlichen Setup wie der Pirnaer Champion Francesco Friedrich unterwegs war und wie dieser auch auf Leopold an der Seite setzt.

Dem Druck nicht standgehalten! Nur Platz 5 für Stephanie Schneider

Stephanie Schneider (r.) wurde nur 5.
Stephanie Schneider (r.) wurde nur 5.  © Lutz Hentschel

Dagegen musste sich Schneider trotz "zweier richtig geiler Läufe", einem soliden und einem "Na-ja"-Durchgang mit Platz fünf begnügen.

Der Abstand zu Gold war riesig: 1,43 Sekunden. "Das Ergebnis ist nicht das, war wir angestrebt haben", gestand die Sächsin, die ihrer Anschieberin Leonie Fiebig "für vier Top-Starts" dankte, aber gleichzeitig eingestehen musste:

"Ich denke, wir haben uns im Material voll vergriffen. Es ist natürlich bitter, wenn das zur Heim-WM passiert. Es wäre schon schön, wenn's Platz drei oder weiter oben gewesen wären, aber es sollte nicht sein."

Bundestrainer René Spies räumte ein, dass seine erfahrenen Frauen - Jamanka als Vierte und Schneider - dem Druck nicht standgehalten haben, der "durch die Heim-WM und die Jungen aufgebaut wurde. Kim hat es geschafft."

Gerd Leopold (r.) gab Kim Kalicki einen dicken Kuss nach dem vierten Lauf auf die Stirn. Er war sichtlich stolz, wie die 22-Jährige Silber gewann.
Gerd Leopold (r.) gab Kim Kalicki einen dicken Kuss nach dem vierten Lauf auf die Stirn. Er war sichtlich stolz, wie die 22-Jährige Silber gewann.  © DPA/Robert Michael

Titelfoto: DPA/Robert Michael


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