Berater rechnet ab: Pretzell und Petry zerfleischen die AfD

Marcus Pretzell (43) und seine Ehefrau Frauke Petry (41)
Marcus Pretzell (43) und seine Ehefrau Frauke Petry (41)  © Eibner-Pressefoto

Bochum - Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Bochum gegen AfD-Politiker Marcus Pretzell (43) wegen dessen unterlassener Zahlungen an seinen Berater Michael Klonofsky (55) ermittelt.

Der angeblich Um-Sein-Geld-Gebrachte hat nun eine Erklärung zu Pretzell und dessen Ehefrau Frauke Petry (41) auf seiner Homepage verfasst, die den Charakter einer Abrechnung trägt.

Der ehemalige Journalist beschreibt, dass er am 1. Juni 2016 seinen Job als Berater von AfD-Chefin Petry und deren Ehemann antrat.

"Frau Petry schien mir die talentierteste und deshalb unterstützenswerteste Politikerin innerhalb dieser Partei zu sein", beschreibt er seine ursprüngliche Einschätzung, fügt aber an, dass er damit geirrt habe.

Das Talent könne man Frauke Petry zwar nicht absprechen, sie solle jedoch "weder Spitzenkandidatin der AfD für die Bundestagswahl werden, noch einem Kandidatengremium angehören".

Michael Klonofsky (55), der Verfasser der Erklärung.
Michael Klonofsky (55), der Verfasser der Erklärung.

Der Grund sei ihr Ehemann.

Marcus Pretzell wird von Klonofsky als "Hochstaplerfigur, ein unseriöser Mensch mit krankhaftem Drang zur Intrige und zum Schüren von Konflikten, ein Hasardeur, der Verträge für unverbindlich und Versprechen für elastische Floskeln hält", beschrieben.

Seiner Ansicht nach ist der Politiker aus Nordrhein-Westfalen der Hauptgrund, warum sich die Alternative für Deutschland in einem Zustand der "Selbstzerfleischung" befände.

Seine Gattin würde keine Entscheidung ohne ihren Mann treffen und wäre blind für seine politischen Ansichten.

"Das Problem ist, dass Frauke Petry den Filou, dessen Kind sie unter ihrem Herzen trägt, für ein politisches Genie hält, das sich allenfalls mit der Bismarckschen Elle messen lässt. Ihr eine Idee Pretzells auszureden, ist ungefähr so sinnvoll, als hätte man Erich Honecker von den Vorzügen der Marktwirtschaft überzeugen wollen", kritisiert Klonofsky das AfD-Vorzeigepaar.

Sowohl Pretzell als auch Petry würden innerhalb der Partei nur zwischen Freund und Feind unterscheiden. Dies hätte zum Beispiel auch dazu geführt, dass eine ihm bekannte Person, die zunächst mit der AfD sympathisierte, sich von den zerstrittenen Rechtspopulisten abgewandt habe.

Gegen Ende seiner Erklärung kommt er auf sein Arbeitsverhältnis mit dem "Blender und Spaltpilz" Pretzell zu sprechen. Insgesamt schulde der NRW-Landesvorsitzende ihm angeblich 24.000 Euro für geschriebene Reden, Terminplanungen, Kontaktvereinbarungen den Aufbau einer Homepage. Deshalb habe er Klage beim Münchner Arbeitsgericht eingereicht.

Der AfD rät er, sich nicht länger an das Ehepaar mit den Initialen P & P zu binden, da sämtliche "wichtigen Themen" und "alle guten Konzepte der AfD" auch ohne Pretzell und Petry Bestand haben würden.


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