Modekette druckt diesen Spruch auf ein Shirt und erlebt ihr blaues Wunder

Netz - "Fett sein ist nicht schön, es ist eine Entschuldigung": Ein Sweatshirt mit dieser Aufschrift hat im Internet für eine Welle der Empörung gesorgt und das Label gezwungen, eine ganze Kollektion zurückzuziehen.

Übergrößenmodel Tess Holliday machte ihrem Ärger auf Twitter Luft.
Übergrößenmodel Tess Holliday machte ihrem Ärger auf Twitter Luft.  © DPA

Den Shitstorm hat sich das US-Label LPA im Online-Shop "Revolve" ausgerechnet mit einer neuen Modelinie eingehandelt, die eigentlich auf Mobbing und Bodyshaming aufmerksam machen sollte und Opfer einen sollte. Das hat sie nun auch, jedoch anders als gedacht.

Wie die "Huffington Post" schreibt, seien die Bilder der Neuware offenbar zu früh und zudem auch noch ohne jeden Kontext online gestellt worden. Dass die Kollektion als Statement gegen Cybermobbing zu verstehen sein sollte, schlug in das genaue Gegenteil um.

Erst bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass unter dem Zitat "Being fat is not beautiful it's an excuse" noch etwas steht, nämlich der Hinweis "wie es @palomija gesagt wird". Bei @palomija handelt es sich um das Plus-Size-Model Paloma Elsesser, der dieses Zitat schon einmal an den Kopf geworfen worden war.

Ohne dieses Wissen wirkte das Shirt auf die meisten jedoch beleidigend, noch dazu weil es von einem schlanken Model präsentiert wurde. Sogar Übergrößenmodel Tess Holliday äußerte sich auf Twitter empört.

Von außen ist die wahre Intention des Shirts nicht wirklich zu erkennen.
Von außen ist die wahre Intention des Shirts nicht wirklich zu erkennen.  © Screenshot Twitter/Tess Holliday

Die Instagrammerin Florence Given fragte in ihrer Wut schließlich beim Label LPA nach und veröffentlichte den Direktaustausch auf ihrem Profil. "Es ist eine Zusammenarbeit mit fünf Frauen", die ihre schlimmsten Trollzitate teilen, hieß es seitens des Unternehmens.

"Der Punkt war, das Licht darauf zu lenken, wie schrecklich Trolling ist. Der Erlös kommt einer Wohltätigkeitsorganisation zugute. Also ist es im Grunde genommen das Gegenteil von dem, wie es scheint." Wenig später folgte eine öffentliche Entschuldigung und der sofortige Rückzug der Kampagne.

Ob diese überhaupt gezündet hätte, wenn ihr Zweck gleich ersichtlich gewesen wäre, bleibt fraglich. Auch wenn die Idee dahinter im Ansatz löblich erscheint, waren sich viele daran einig, dass ihre Umsetzung in vielerlei Hinsicht zu wünschen übrig ließ.

Das fängt beim Design an, das kaum erkenntlich macht, worum es wirklich geht, und hört bei der Größentabelle des Labels auf. Die geht nur bis XL und schließt damit viele aus, die eigentlich angesprochen werden sollten.

Titelfoto: Screenshot Twitter/Tess Holliday


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