Explosion am Hamburger S-Bahnhof: Gericht verhängt lange Haftstrafe

Hamburg - Im Prozess um eine Böllerexplosion auf dem Hamburger S-Bahnhof Veddel muss ein 52 Jahre alter Deutscher für zehn Jahre ins Gefängnis.

Der Angekagte gestand die Tat zu Prozessbeginn teilweise (Archivbild).
Der Angekagte gestand die Tat zu Prozessbeginn teilweise (Archivbild).  © dpa/Georg Wendt

Der Angeklagte hat nach Feststellung des Gerichts am 17. Dezember vergangenen Jahres eine Plastiktüte mit 73 Schrauben und zwei pyrotechnischen Sprengkörpern auf dem Bahnsteig abgestellt und nach dem Einfahren einer S-Bahn gezündet.

Der Feuerball verfehlte einen Passanten nur knapp. Ein Fahrgast im Türbereich der S-Bahn erlitt ein Knalltrauma. Die Scheibe eines Windschutzes ging zu Bruch.

Zur Last gelegt werden dem 52-Jährigen ohne festen Wohnsitz außerdem das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Der Verteidiger hatte sich für eine Freiheitsstrafe von unter zwei Jahren ausgesprochen. Er sah keinen Beleg für einen Tötungsvorsatz.

Zum Prozessauftakt hatte der Angeklagte eingeräumt, zwei Polenböller gezündet zu haben. Er habe Leute erschrecken, aber niemanden verletzen wollen.

Der Angeklagte war bereits 1992 wegen der brutalen Tötung eines 53-Jährigen in Buxtehude, der Adolf Hitler als Verbrecher bezeichnet hatte, vom Landgericht Stade zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden.

Auch danach sei er laut Staatsanwaltschaft mit ausländerfeindlichen Straftaten in Erscheinung getreten. Insgesamt habe er bereits 18 Jahre im Gefängnis gesessen.

Die Tat geschah am S-Bahnhof Veddel in Hamburgs Süden.
Die Tat geschah am S-Bahnhof Veddel in Hamburgs Süden.  © dpa/Daniel Bockwoldt

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