1400 illegale Böller gehortet: War er der Bomben-Lieferant für Neonazis?

Maik K. (29) kassierte für die gehorteten Böller Knast.
Maik K. (29) kassierte für die gehorteten Böller Knast.  © Steffen Füssel

Dresden - Er forderte Milde vom Gericht, machte es aber nur noch schlimmer: Maik K. (29) stand wegen illegaler Böller in Dresden vorm Amtsrichter und muss nun in den Knast. Mögliche Verbindungen zur rechten Szene hatten die Ermittler erst auf den Plan gerufen.

Die Fahnder beschlagnahmten im Dezember 2015 bei einer Razzia über 1400 Böller in der Wohnung von Maiks Schwester. Keiner war in Deutschland zugelassen. Allein 1235 La Bomba, über 60 Kugelbomben, Abschussrohre für derlei Geschosse oder Rauchentwickler wurden gezählt.

Laut Anklage hatte Maik K. mit seiner Schwester die Sprengsätze im Netz geordert. Die Schwester kassierte einen Strafbefehl über 900 Euro. Maik, der per Aktenlage ein Jahr Bewährung bekam, zog dagegen vor Gericht.

„Seine Schwester hat bestellt, geliefert bekommen und bezahlt“, argumentierte sein Anwalt. Maik K. wehre sich überdies gegen den Vorwurf, er habe mit den Böllern Rechte beliefert, die Anschläge verübt haben.

Wahrlich geriet Maik K. ins Visier der Ermittlungen um die Freie Kameradschaft Dresden (FKD), sitzt in U-Haft. Jüngst erklärte ein FKD-Mitglied in dessen Prozess, dass Maik bei der Randale in Leipzig-Connewitz dabei war. Das war zwar vier Wochen nach der Böller-Razzia, wirft aber ein eigenes Licht auf Maik K.

Obendrein ließ er erklären, er könne nicht ausschließen, dass Abnehmer mit Böllern im und am Stadion gezündelt hätten!

Richter Arndt Fiedler (54): „In der einen Sache gilt die Unschuldsvermutung. Aber Sie hatten die Böller in Besitz. Und auch die Verwendung solch gefährlicher Stoffe im Stadion ist verwerflich. Es wäre unerträglich, wenn unter diesen Umständen die Strafe zur Bewährung ausgesetzt würde.“ Nun muss Maik K. gar für 14 Monate hinter Gitter.

Kistenweise Böller lagerten in der Wohnung im Fünfgeschosser in Seidnitz.
Kistenweise Böller lagerten in der Wohnung im Fünfgeschosser in Seidnitz.  © Polizei/Füssel

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