Böllerparadies Dresden? Umweltschützer fordern weitere Feuerwerksverbote

Dresden - In der Silvesternacht ballern oder nicht ballern - diese Frage stellen sich auch die Dresdner.

Verbote von Feuerwerken gibt es in Dresden nicht.
Verbote von Feuerwerken gibt es in Dresden nicht.  © Andreas Weihs

Immerhin haben sie (noch) die Wahl: Während immer mehr Städte Verbotszonen für die Böllerei einrichten, gilt in Dresden noch "Feuer frei" für jedermann - zum Ärger von Umweltschützern.

Hamburg, Berlin, München: Rund 50 deutsche Kommunen verbieten Böllerei auf bestimmten Plätzen und Straßenzügen, meist in der Innenstadt. Allerdings nicht wegen des schädlichen Feinstaubs. Vielmehr sollen Menschen und historische Bausubstanz vor Raketen und Böllern geschützt werden.

Keine Verbote gibt es in Sachsen. "Feuerwerke gehören traditionell zu Silvester. Mit ihnen werden die 'bösen Geister' verscheucht und das neue Jahr eingeleitet", heißt es aus dem Rathaus. Für ein Böllerverbot sehe man keine rechtlichen Grundlagen.

Lieber setzt Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (52, CDU) auf Aufklärung. Auch ohne neue Verbote gibt es bereits Tabu-Orte:

"Was viele Bürger nicht wissen, in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern sowie Kinder- und Altersheimen sind Feuerwerke verboten."

Sächsischer Bund plädiert für ein Umdenken

Noch dürfen die Dresdner selbst Böller in die Hand nehmen.
Noch dürfen die Dresdner selbst Böller in die Hand nehmen.  © DPA

Auch in Naturschutzgebieten wie den Elbwiesen solle nicht geballert werden. Da es dafür jedoch kein gesetzliches Verbot gibt, werden Tausende Dresdner auch dort wieder knallen und ihren Müll hinterlassen.

Für ein Umdenken plädiert der sächsische Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND). Er will so schlechte Luft, Müllberge und Schäden vermeiden.

"Wir fordern die Gemeinden auf, auf Feuerwerk an jeder Straßenecke zu verzichten und stattdessen alternative Orte anzubieten, an denen ein Silvesterfeuerwerk für die Bürger stattfindet", so BUND-Chef Felix Ekardt (47).

Zeitgemäß seien etwa kommunal organisierte Pyro-Spektakel.

Sachsens BUND-Vorsitzender Felix Ekardt (47) fordert ein Ende der privaten Böllerei an jeder Ecke.
Sachsens BUND-Vorsitzender Felix Ekardt (47) fordert ein Ende der privaten Böllerei an jeder Ecke.  © dpa/Jan Woitas
"Was viele nicht wissen ...": Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (52) setzt auf Aufklärung.
"Was viele nicht wissen ...": Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (52) setzt auf Aufklärung.  © Holm Helis

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