Börsengang von Siemens: Was bedeutet das für Görlitz?

Görlitz - Neue Unruhe bei Siemens in Görlitz: Der Elektrokonzern will seine Kraftwerkssparte ausgliedern und an die Börse bringen. Was das genau für die betroffenen Standorte bedeutet, ist noch unklar.

Die Turbulenzen in Görlitz sollten Geschichte sein. Nun aber ist das Werk von der Ausgliederung betroffen.
Die Turbulenzen in Görlitz sollten Geschichte sein. Nun aber ist das Werk von der Ausgliederung betroffen.  © DPA

Die Pläne von Siemens-Boss Joe Kaeser (61), das Görlitzer Werk dichtzumachen, sind ja vom Tisch. Nun ist der Standort auch von den neuen Plänen betroffen - wie auch knapp 20 andere Standorte bundesweit mit mehr als 20.000 Beschäftigten.

In Görlitz hat Siemens mehr als 900 Mitarbeiter. Sie werden künftig in Werken arbeiten, die dann zu einem neu entstehenden Energieunternehmen gehören.

Bis September 2020 soll die kriselnde Sparte "Gas and Power" an die Börse gehen. Am neuen Unternehmen will Siemens etwas weniger als 50 Prozent halten. Betriebsrat und IG Metall haben der Abspaltung unter Bedingungen zugestimmt.

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IG-Metall-Mann und Siemens-Aufsichtsrat Jürgen Kerner (50) sieht's positiv: "Es entsteht ein Unternehmen, das trotz mancher Unwägbarkeiten insgesamt die besseren Perspektiven für die Beschäftigten bietet."

Auch Jan Otto (38) von der IG Metall Ostsachsen findet, dass die Kernforderungen der Arbeitnehmer erfüllt wurden. Erst im Herbst hatte Siemens den Görlitzern zugesagt, den Standort zur weltweiten Siemens-Zentrale für Industriedampfturbinen auszubauen. Kaeser betonte, dass die Vereinbarung Bestand habe.

Siemens-Chef Joe Kaeser (61).
Siemens-Chef Joe Kaeser (61).  © DPA

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