Nach Diskussion um Kunstprojekt: "Ida Ehre"-Schule wegen Bombendrohung evakuiert

Hamburg - Die Hamburger Ida-Ehre-Schule, die kürzlich wegen eines Kunstprojekts in den Fokus der Berichterstattung deutscher Medien rückte, hat am Donnerstag eine Bombendrohung erhalten.

Das Oberstufenhaus der Ida Ehre Schule. Hier war die Hamburger Schulbehörde wegen polizeifeindlicher Slogans und linksextremer Aufkleber an der Ida Ehre Schule eingeschritten.
Das Oberstufenhaus der Ida Ehre Schule. Hier war die Hamburger Schulbehörde wegen polizeifeindlicher Slogans und linksextremer Aufkleber an der Ida Ehre Schule eingeschritten.  © DPA

Fälschlicherweise hatte die AfD an der Hamburger Stadtteilschule ein Kunstobjekt als linksextremes Netzwerk angeprangert (TAG24 berichtete).

Hinweise dazu kamen über das umstrittene "Petz-Portal" der AfD, die eine kurzweilige Debatte über das Neutralitätsgebot an Schulen nach sich zog.

Auslöser waren Aufkleber und Flyer der linken Gruppierung "Antifa Altona Ost", die im Oberstufengebäude gefunden und teils auf Anweisung der Schulaufsicht entfernt worden waren.

Nun trifft die Schule mit der Bombendrohung ein Vorfall, der weitaus größere Dimensionen hätte haben können, als die Kunst- und Neutralitätsdiskussion an der Schule.

Nachdem die Bombendrohung an der Ida-Ehre-Schule eingegangen war, sei das Gebäude evakuiert worden. Das teilte die Schule selbst über Twitter mit.

Allerdings befanden sich am heutigen Donnerstag "nur" die rund 160 Lehrer und wenige Schüler, die zur Betreuung anwesend waren, in der Schule.

Der Grund: Wegen einer Ganztagskonferenz am Donnerstag kein Unterricht stattgefunden. Darum hätten auch nur die Lehrer und wenige Schüler die Schule verlassen müssen, hieß es vom Schulbüro.

Bereits nach einer halben Stunde gab die Polizei dann Entwarnung: Eine Prüfung durch das Landeskriminalamt hätte ergeben, dass die per Mail eingegangene Drohung nicht ernst zu nehmen sei, wie ein Polizeisprecher der dpa mitteilte.

Nach Angaben der Schule hatte die Drohung "ganz klar" einen rechtsextremen Hintergrund. Auch wenn der Vorwurf nicht eindeutig belegt werden kann, liegt der Verdacht nach zahlreichen Bombendrohungen in ganz Deutschland, die mit rechtsextremistischen wirkenden Absendern unterzeichnet waren, nahe.

Update, 20 Uhr

Einer Hamburger Schule wird mit einer Bombenexplosion gedroht. Die Polizei gibt schnell Entwarnung, hält aber einen Zusammenhang mit ähnlichen Taten für möglich. Eine Linken-Politikerin kennt das Drohschreiben im Detail und ruft zur Solidarität mit der Schule auf.

Nach Informationen der Linken in der Bürgerschaft war die Mail mit dem Namen eines verstorbenen österreichischen Nazi-Verbrechers unterzeichnet. Die Drohung habe sich explizit auf die antifaschistischen Aufkleber bezogen und gegen die "rote Schule" gehetzt.

"Unsere Solidarität gehört der Ida-Ehre-Schule", erklärte die Fraktionsvorsitzende Sabine Boeddinghaus.

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