Abgefahrene Spielekonsole aus Dresden soll Multimediapreis gewinnen

Dresden - Vier Dresdner wollten eigentlich nur die Entwicklung von Computerspielen in einem Projekt der TU verdeutlichen. Nun sollen sie den Deutschen Multimediapreis gewinnen.

Die Konsole verknüpft alte und neue Systeme.
Die Konsole verknüpft alte und neue Systeme.  © TimeBOMB-Team

Die vier Studenten Remke Albrecht, Felix Meyer, Constantin Amend und Severin Engert haben in einem Projekt mit dem Interactive Media Lab der TU Dresden einen Spielklassiker neu aufleben lassen.

Als Grundlage für TimeBOMB, so der Name ihrer Innovation, diente den Studenten das 1983 erschienene Spiel "Bomberman". Schon damals war das Spiel auf Heimcomputer ausgelegt. Diese kann man nicht mit den heutigen Systemen vergleichen.

Aber das Meisterwerk gibt es noch immer.

Vor zwei Jahren veröffentlichte Nintendo die 47. Version des Spieles für Nintendo Switch, ein Jahr später dasselbe Spiel für die PlayStation 4, Xbox One und Windows Computer. Der Spielklassiker erfreut sich also immer noch riesiger Beliebtheit und wird einfach nicht alt.

Grund genug für die vier Medieninformatik-Studenten, eine Spielekonsole zu entwickeln, an der vier Spieler an vier unterschiedlichen Geräten aus vier Generationen gegeneinander antreten können.

So funktioniert TimeBOMB

Dabei stellen sich die Spieler an je eine Seite des Konsolen-Würfels. Dort haben sie die Möglichkeit, entweder an einem Oszilloskop, einem klassischen Spielhallen-Automaten, an einer alten mechanischen Tastatur oder einem Xbox-Controller gegen die anderen drei zu spielen.

Das beliebte Game läuft dabei im Multiplayermodus auf allen Bildschirmen synchron. Alle Spieler stehen in direkter Konkurrenz.

Sobald das Spiel startet, müssen die Konkurrenten versuchen, möglichst viele Gegner durch das Legen von Bomben zu beseitigen und dabei aber auch im Weg stehende Wände beseitigen, um noch mehr Bomben zu finden und neue Level zu erreichen.

Wer als letzter noch lebt, gewinnt.

Das ist der Deutsche Multimediapreis MB21

Auch das künstlerische Spielen mit Licht und Schatten gehört zum Medienfestival.
Auch das künstlerische Spielen mit Licht und Schatten gehört zum Medienfestival.  © TAG24/Max Patzig

Das vierköpfige Entwicklerteam hat es mit diesem epochenübergreifenden Konkurrenzkampf geschafft, sich für den Deutschen Multimediapreis zu nominieren.

Beworben haben sich für den Wettbewerb, der in diesem Jahr bereits zum 21. Mal stattfindet, insgesamt 220 Projekte. Doch nur 15 der begehrten Preise gibt es auf der Veranstaltung, die jährlich in den Technischen Sammlungen Dresden stattfindet.

Um die besten Projekte ehren zu können, haben sich die Jurymitglieder ganze drei Tage lang hingesetzt und durch Webseiten geklickt, Games getestet, neue Welten durch VR-Brillen entdeckt und dabei kontrovers und leidenschaftlich diskutiert.

Der Wettbewerb soll die Kreativität und Sicherheit im Umgang mit digitalen Medien fördern und vergibt dafür Geld- und Sachpreise in einem Gesamtwert von 11.000 Euro.

"Wir fordern dazu auf, sich mit den Potenzialen digitaler Medien auseinanderzusetzen und schöpferisch tätig zu werden", sagt Kirsten Mascher, Projektleiterin beim Medienkulturzentrum Dresden. "Die nominierten Produktionen zeigen, wie verantwortungsvoll, selbstbestimmt und kreativ junge Menschen mit digitalen Medien umgehen", ergänzt Thomas Hartmann, Projektleiter beim Deutschen Kinder- und Jugendfilmzentrum.

Da den Veranstaltern eine reine Preisverleihung zu trocken ist, gehört schon seit Anfang an ein kleines Medienfestival dazu. Auf diesem können die ausgezeichneten Projekte ausgiebig von den Besuchern des Festivals getestet werden.

Stattfinden soll das Medienfestival in diesem Jahr am 23. und 24. November in den Technischen Sammlungen. Erwachsene müssen fünf Euro Eintritt zahlen, Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre zwei Euro. Auch das vierfache Computerspiel "TimeBOMB" von Albrecht, Meyer, Amend und Engert steht zum Testen bereit.

Alle vier Seiten des Spiele-Würfels verwenden das für die jeweilige Zeit typische Gerät und Design.
Alle vier Seiten des Spiele-Würfels verwenden das für die jeweilige Zeit typische Gerät und Design.  © TimeBOMB-Team

Das Programm des Medienfestivals in Dresden

Titelfoto: TimeBOMB-Team

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