Brachte das Doping DDR-Legende Gerd Bonk um?

2002 wurde Bonk (M.) mit dem Georg von Opel Preis "besonderer Kämpfer" ausgezeichnet. Jurymitglied war unter anderem Franz Beckenbauer (r.)
2002 wurde Bonk (M.) mit dem Georg von Opel Preis "besonderer Kämpfer" ausgezeichnet. Jurymitglied war unter anderem Franz Beckenbauer (r.)

Von Thomas Nahrendorf

Chemnitz/Limbach - Der einst stärkste Mann der Welt lebt nicht mehr: Gerd Bonk aus Limbach ist tot, er starb am Montag im Alter von 63 Jahren in einem Krankenhaus in Greiz.

Die Frau des einstigen Gewichthebers des SC Karl-Marx-Stadt gab dies bekannt. Bonk habe seit Ende September im Koma gelegen, sagte sie.

Aus diesem ist er nicht mehr aufgewacht. Der gebürtige Vogtländer war nicht nur einer der berühmtesten Gewichtheber aller Zeiten, er war auch das bekannteste Gesicht des DDR-Dopings.

Er war eines von rund 200 staatlich anerkannten Dopingopfern. Im Rahmen des Staatsplans 14.25 wurden ihm jährlich bis zu 11,5 Gramm Oral-Turinabol verabreicht.

Ein Schwergewicht ist er immer geblieben aber von Krankheiten gezeichnet.
Ein Schwergewicht ist er immer geblieben aber von Krankheiten gezeichnet.

Mit 37 war er Invalide, er saß seit Jahren im Rollstuhl, an der rechten Hand fehlten ihm drei Finger wegen seiner starken Diabetes. Seine Nieren waren kaputt, er hing täglich an der Dialyse, sehen konnte er auch nicht mehr gut.

„Verheizt von der DDR, vergessen vom vereinten Land“, so hat Bonk sein Leben einmal beschrieben. Er wartete seit Jahren auf eine staatliche Rente für Dopingopfer.

Mit 13 begann er mit dem Gewichtheben. „Da wog ich 100 Kilo, in der Schule dachten alle, ich bin der Lehrer“, hatte er seinen Humor dennoch nie verloren.

Mit 24 war Gerd Bonk der stärkste Mann der Welt. Er brachte 1975 in Karl-Marx-Stadt 246,5 Kilo im Stoßen zur Hochstrecke, ein Jahr später packte er in Berlin noch sechs Kilo drauf.

Als er 1980 nicht für die Olympischen Spiele in Moskau nominiert wurde, beendete er seine Karriere. Sein körperlicher Verfall hatte da schon längst eingesetzt.

Fotos: imago, dpa


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