Vergewaltigung einer 12-Jährigen in Wohnwagen: War alles ein Fake?

Bonn - Im Fall eines zwölf Jahre alten Mädchens, das angeblich in einem Wohnwagen in Bonn sexuell missbraucht worden sein sollte (TAG24 berichtete), hat die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen eingestellt.

In diesem Wohnwagen wurde das Mädchen nach eigenen Angaben vergewaltigt. Beweise dafür konnten die Ermittler allerdings keine finden.
In diesem Wohnwagen wurde das Mädchen nach eigenen Angaben vergewaltigt. Beweise dafür konnten die Ermittler allerdings keine finden.  © DPA

Das bestätigte eine Behördensprecherin am Donnerstag. Der 55-jährige Bewohner des Wohnwagens, der am 3. März wegen des Verdachts des schweren Kindesmissbrauchs und Herstellens von Kinderpornos festgenommen worden war, sei aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Der wegen Gewalttaten, Drogen- und Eigentumsdelikten vorbestrafte Mann hatte die Tat-Vorwürfe von Anfang an bestritten. Weder DNA-Spuren noch die Auswertung von Datenträgern hätten verwertbare Beweise ergeben, so die Begründung der Anklage-Behörde.

Auch habe die heute 13-Jährige im Rahmen der Ermittlungen keine weiteren Angaben gemacht, sodass "ihre ersten Angaben nicht auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft werden konnten".

Das damals vermisst gemeldete Mädchen hatte, nachdem es von der Polizei aus dem Wohnwagen herausgeholt worden war, den 55-jährigen Bewohner zunächst schwer belastet.

Mädchen war an Karneval aus Jugendhilfe-Einrichtung geflohen

Die Zwölfjährige war an Weiberfastnacht aus einer Jugendhilfe-Einrichtung am Niederrhein ausgerissen und soll bei dem Mann und seiner Freundin (51) Unterschlupf gesucht haben, da sie dessen 17-jährigen Sohn kannte.

Drei Tage lang soll sie im Wohnwagen gelebt haben, bis ein Zeuge den entscheidenden Fahndungshinweis gab. Nach der "Befreiung" war das Mädchen in die Obhut des Jugendamtes gegeben worden.


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