"Fridays for Future"-Aktivisten demonstrieren gegen Bayer

Leverkusen/Bonn – An diesem Freitag protestieren in Bonn Hunderte Klima-Aktivisten von "Fridays for Future" und anderen Gruppen gegen den Pharmakonzern Bayer. Anlass ist die Jahreshauptversammlung des Unternehmens.

Klima-Aktivisten der "Fridays for Future"-Bewegung gehen zur Hauptversammlung von Bayer.
Klima-Aktivisten der "Fridays for Future"-Bewegung gehen zur Hauptversammlung von Bayer.  © DPA

Die diesjährige Hauptversammlung dürfte aus zwei Gründen zu einem Härtetest werden. Zum einen wollen Umweltaktivisten ihren Unmut über die Unternehmenspolitik samt Monsanto-Kauf bekunden - sowohl vor den Toren des World Conference Center Bonn (WCCB) als auch in der Halle als Kleinaktionäre.

Hinzu kommt in diesem Jahr scharfe Kritik aus Reihen von Großaktionären, die den Kurs des Managements in Frage stellen und den Kursverfall der Bayer-Aktie monieren. So könnte die traditionell sehr hohe Zustimmungsquote für die Firmenchefs diesmal ungewohnt niedrig ausfallen.

Bei mehreren Versammlungen waren insgesamt knapp 1000 Demonstranten angemeldet worden, wie die Polizei mitteilte. Die größte Gruppe unter ihnen sind die Klima-Aktivisten von "Fridays for Future" mit etwa 500 Teilnehmern. Diese Marke sei laut Polizei insgesamt erreicht worden.

Die Aktivisten hatten sich um 7.30 Uhr auf dem Bonner Kaiserplatz gesammelt und waren anschließend als Demonstrationszug friedlich und ohne Zwischenfälle durch die Innenstadt bis zum Platz der Vereinten Nationen gelaufen.

Dort schlossen sie sich einer Kundgebung in der Nähe des WCCB an.

Auch Imker demonstrieren

Bienenzüchter demonstrieren mit toten Bienen vor der Hauptversammlung von Bayer.
Bienenzüchter demonstrieren mit toten Bienen vor der Hauptversammlung von Bayer.

Hierbei ging es besonders um Glyphosat, das in dem Unkrautvernichter Roundup des Bayer-Zukaufs Monsanto enthalten ist.

"Wir sind hier, um unseren Protest direkt vor die Aktionärsversammlung zu tragen", sagte der Aktivist Felix Pohl von der Protestbewegung "Fridays for Future". Große Agrarkonzerne wie Bayer seien schlecht für die Umwelt und damit für die Zukunft.

Auch Imker waren unter den Demonstranten, sie trugen Arbeitskleidung und hielten Dampfgeräte zur Beruhigung von Bienen in den Händen. Bei den Imkern lagen Tausende tote Bienen. Diese seien im Bienenstock gestorben und nicht im Freien, berichtete die Imkerin Elfe Adelheidt de Coninck. Der Todesort sei ein Zeichen, dass die Bienen vor ihrem Tod krank oder geschwächt waren.

Die Schuld hierfür wiederum sehen de Coninck und andere Imker auch bei Bayer und anderen Konzernen, deren Chemikalien die Natur belasteten.

Am Rande der Kundgebung wurden die Personalien einer Person wegen einer Sprühaktion festgestellt. Ein Polizeisprecher bestätigte gegenüber TAG24 die derzeit noch laufenden Ermittlungen in dem Fall. Gegen 11.15 Uhr wurde die Veranstaltung beendet.

Bayer mit Umsatzplus trotz Monsanto-Kauf

Bayer-Vorstand Werner Baumann (55) hatte am Donnerstag (25. April) positive Zahlen für das erste Quartal 2019 vorgestellt.
Bayer-Vorstand Werner Baumann (55) hatte am Donnerstag (25. April) positive Zahlen für das erste Quartal 2019 vorgestellt.  © DPA

Bayer-Firmenboss Baumann hatte am Donnerstag die Zahlen für das erste Quartal 2019 vorgestellt. Die fielen positiv aus, der Umsatz kletterte auf gut 13 Milliarden Euro nach oben - das war besser als von Analysten erwartet.

Als ein Wachstumstreiber erwies sich hierbei ausgerechnet die Agrarsparte mit dem aufgekauften Ex-Konkurrenten Monsanto - auch hierauf könnte Baumann verweisen, wenn er sich am Rednerpult im Kongresszentrum dem Publikum zuwendet.

Bayer hatte den Saatguthersteller Monsanto im vergangenen Jahr für rund 63 Milliarden US-Dollar übernommen. Experten werfen dem Konzern vor, die Risiken des Kaufs angesichts einer Klagewelle wegen mutmaßlicher Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter unterschätzt zu haben.

Mittlerweile hat Bayer zwei Geschworenen-Prozesse verloren, in denen die Kläger Entschädigungen von jeweils fast 80 Millionen Dollar zugesprochen bekamen (TAG24 berichtete).

Bayer, das die Sicherheit von Glyphosat beteuert und auf zahlreiche entsprechende Studien verweist, will in beiden Fällen in Berufung gehen. Insgesamt gibt es aber schon 13.400 Klagen.

Die Demonstranten zogen am Rhein in Bonn entlang.
Die Demonstranten zogen am Rhein in Bonn entlang.  © Horst Konopke
Klima-Aktivisten der "Fridays for Future"-Bewegung gehen zur Hauptversammlung von Bayer mit einem Schild "Stopp Glyphosat".
Klima-Aktivisten der "Fridays for Future"-Bewegung gehen zur Hauptversammlung von Bayer mit einem Schild "Stopp Glyphosat".  © DPA

Titelfoto: DPA

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