Hoffnung für Solarworld? Ein Investor will das Werk übernehmen, aber...

Jörg Liebscher, Mitarbeiter der Modulfertigung bei Solarworld, prüft eine PERC-Zelle.
Jörg Liebscher, Mitarbeiter der Modulfertigung bei Solarworld, prüft eine PERC-Zelle.  © Jan Woitas/dpa

Bonn/Freiberg - Etwas Hoffnung in Freiberg: Ein Investorengruppe will die Werke des insolventen Solarherstellers Solarworld in Sachsen und Thüringen übernehmen. Doch es wird wohl drastische Einschnitte beim Personal geben.

Kurzfristige Rettung? Der vorläufige Insolvenzverwalter Horst Piepenburg (63) verhandelt mit einer Investorengruppe. Diese will Grundstücke, Maschinen sowie das Vorratsvermögen in Freiberg und Arnstadt übernehmen. Mit dem Verkauf der beiden Standorte wäre jedoch ein drastischer Stellenabbau verbunden.

Nach jetzigem Stand könnten nur 450 Beschäftigte aus Freiberg und Arnstadt übernommen werden, so Piepenburg. Für die anderen 1200 wird an beiden Standorten über den Wechsel in eine Beschäftigungsgesellschaft verhandelt.

Der Investor habe die Finanzierung der Belegschaft bis Mitte August und dann die Übernahme von 450 Mitarbeitern zugesagt. In Freiberg arbeiten 1000 Beschäftigte, in Arnstadt 650.

Freibergs OB Sven Krüger (43, SPD): „Auch wenn es jetzt weitergeht für Solarworld, so ist die Freude dennoch verhalten. Denn der Verlust von 1200 Arbeitsplätzen macht betroffen.“

Inwieweit Freiberg betroffen sei, wisse er noch nicht. Wirtschaftsminister Martin Dulig (43, SPD) erklärte, der Freistaat stehe zu seiner Zusage, mit allen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten einem neuen Gesellschafter unter die Arme zu greifen.

Bitter sieht es für die Solarword-Zentrale in Bonn aus: Alle 200 Mitarbeiter - bis auf eine Abwicklungsmannschaft - werden nach Plänen des Investors freigestellt.

Eine Transfergesellschaft wird es nicht geben - es fehlt das Geld, so Piepenburg.

Überraschende Wende bei Solarworld: Übernimmt ein Investor den Standort Freiberg? Doch viele Mitarbeiter müssen gehen.
Überraschende Wende bei Solarworld: Übernimmt ein Investor den Standort Freiberg? Doch viele Mitarbeiter müssen gehen.  © dpa/Jan Woitas

Titelfoto: Jan Woitas/dpa


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