Sohn tötet Eltern, weil er "einfach Ruhe haben" wollte

Bonn – Nach der mutmaßlichen Tötung seiner Eltern muss sich ab Donnerstag (13 Uhr) ein 30-Jähriger aus Weilerswist vor dem Bonner Landgericht verantworten.

Der Angeklagte spricht im Landgericht mit seinem Verteidiger Bernhard Scholz vor Beginn seines Prozesses.
Der Angeklagte spricht im Landgericht mit seinem Verteidiger Bernhard Scholz vor Beginn seines Prozesses.  © Roberto Pfeil/dpa

Die Staatsanwaltschaft Bonn hat den Sohn wegen zweifachen Mordes aus niedrigen Beweggründen angeklagt.

Der Angeklagte soll seine Eltern, mit denen er in Weilerswist bei Bonn unter einem Dach lebte, Ende April mit zahlreichen Messerstichen angegriffen haben, weil er sich von ihrer Kritik "genervt gefühlt" habe und "einfach Ruhe haben" wollte.

Der Sohn hatte zunächst den Vater (62) attackiert. Daraufhin gab seine Mutter (60) einen Notruf ab. Die Polizei eilte zum Tatort, konnte dort aber die Eltern nur noch leblos auffinden. Der Sohn war daraufhin festgenommen worden (TAG24 berichtete).

Der 30-Jährige hatte die Tat kurz darauf gestanden (TAG24 berichtete).

Nach Erkenntnissen der Ermittler war der Sohn zur Tatzeit zwar stark alkoholisiert, soll sich aber in keinerlei psychischem Ausnahmezustand befunden haben und entsprechend voll schuldfähig sein.

Der Angeklagte gibt hingegen an, dass er Wahnvorstellungen gehabt habe.

Update, 15.17 Uhr: Angeklagter legt Geständnis ab

 Ein 30-Jähriger aus Wellerswist soll in dem Haus seine Eltern erstochen haben.
Ein 30-Jähriger aus Wellerswist soll in dem Haus seine Eltern erstochen haben.

Ein wegen zweifachen Mordes angeklagter 30-Jähriger hat vor Gericht eingeräumt, seine Eltern mit etlichen Messerstichen getötet zu haben. Er habe zunächst seinen Vater, dann seine Mutter erstochen, wie der beschuldigte Deutsche am Donnerstag vor dem Landgericht Bonn von seinem Anwalt erklären ließ.

Das Verhältnis zu seinen Eltern sei "schon seit geraumer Zeit sehr angespannt" gewesen. Am Tag der Tat habe er außerdem unter dem starken Einfluss von Alkohol, Drogen und Schmerzmitteln gestanden.

"Was sie da eingeräumt haben, ist selbst in der heutigen Zeit nicht alltäglich", sagte der zuständige Richter in der ersten Sitzung des Prozesses.

Der Beschuldigte, der bis zu der Tat Ende April mit seinen Eltern in einem Haus in Weilerswist bei Bonn lebte, sitzt in Untersuchungshaft. Der Prozess soll im November fortgesetzt werden.

Update, 17.26 Uhr: Mit 60 Messerstiche die Eltern getötet

Die Staatsanwaltschaft hält den angeklagten Deutschen für voll schuldfähig. Ob diese Einschätzung haltbar ist, muss im Prozess geklärt werden, der Beschuldigte selbst hatte Wahnvorstellungen erwähnt. Fest steht schon jetzt: Alkohol und Drogen sind die Konstanten, die sich wie ein roter Faden durch das Leben des Angeklagten ziehen.

Am Tag der Tat habe er zehn große Flaschen Bier getrunken, mehrere Schmerztabletten eingeworfen und Marihuana geraucht, sagte der Anwalt des Beschuldigten. Keine Seltenheit für den 30-Jährigen: "Mehr Trinken als Arbeiten", fasste er vor Gericht die vergangenen sechs Jahre zusammen, während denen er die meiste Zeit arbeitslos gemeldet war.

Mit 30 Messerstichen tötete er seinen Vater, mit weiteren 30 die Mutter.

Titelfoto: Roberto Pfeil/dpa


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