Teenagerin kommt mit SM-Striemen nach Hause und rammt Vater Messer ins Herz

Die Teenagerin fand in der Sado-Maso-Szene eine Möglichkeit, sich zu "therapieren".
Die Teenagerin fand in der Sado-Maso-Szene eine Möglichkeit, sich zu "therapieren".

Bonn/Siegburg - Eine Familientragödie, ausgelöst durch dicke rote Striemen auf dem Rücken einer 18-Jährigen. Die steht nun in Bonn vorm Landgericht, weil sie versucht haben soll, ihren Vater umzubringen. Mitten ins Herz stach sie ihm die Klinge eines Küchenmessers.

Wie der "Express" berichtet, lag in der Familie schon lange einiges im Argen, die Tochter litt unter psychischen Problemen, soll vom Teufel mörderische Aufgaben bekommen haben, verletzte sich selbst. Dann fand sie anscheinend einen Ort, wo sie dunkle Fantasien ausleben konnte: Die Sado-Maso-Szene.

Offen redete sie mit ihrer Mutter darüber, zeigte ihr sogar einen Flyer. Das war am Tag der blutigen Tat. Denn die Mutter sah den nackten Rücken ihrer gerade erst volljährig gewordenen Tochter. Er war übersät mit roten Striemen.

"Ich habe ihr gesagt, dass mich niemand misshandelt oder vergewaltigt hat, sondern ich das wollte. Es war meine Therapie für mich, es hat mir gut getan“, erzählt das Mädchen auf der Anklagebank. Denn die Situation geriet völlig aus dem Ruder.

Schockiert vom Geständnis ihrer Tochter, holte sich die Mutter Hilfe bei ihrem Ehemann, der seine Tochter ansprach. Der Streit soll völlig eskaliert sein, der Vater habe sie geschlagen und geschubst und bis aufs Blut gereizt.

Sie muss sich nun vor dem Landgericht in Bonn verantworten.
Sie muss sich nun vor dem Landgericht in Bonn verantworten.  © DPA

„Er brüllte 'Du willst mich umbringen? Dann tu es doch einfach. Du traust dich ja eh nicht. Bist du ein Feigling'."

Dann rannte die junge Frau in die Küche und griff sich ein Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge und drohte ihrem Vater damit. Doch selbst in dieser Situation soll er seine Tochter noch weiter provoziert haben.

Seine Version: „Ich wollte meiner Tochter helfen. Ich habe geglaubt, dass sie mich irgendwo leicht trifft, dann sieht 'Ich habe meinem Papa wehgetan, so eine Scheiße mach ich nicht mehr'.“

Wenige Sekunden später hatte er jedoch ein Messer im Herz stecken, seine Tochter hatte es ihm in die Brust gerammt. Nur eine Notoperation konnte sein Leben retten.

Für die 18-Jährige ein Schock, doch sie tat das Richtige: Sie stellte sich sofort der Polizei, kam in Untersuchungshaft. Mittlerweile darf sie sogar in einer betreuten Wohneinrichtung leben, hofft auf eine Bewährungsstrafe und will studieren.

Diese Hoffnungen darf sie sich machen. Der Prozess ist zwar noch nicht beendet, doch das Gericht sieht die junge Frau nicht als Gefahr für die Allgemeinheit, Richter Dr. Volker Kunkel spricht von einer „hoch speziellen, emotional aufgeladenen Situation im familiären Umfeld“.


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