Streit der Wetterdienste: Hitzerekord von Lingen nicht anerkannt

Bonn/Lingen – Der Juli war rekordverdächtig heiß in Deutschland. Im niedersächsischen Lingen wurde am 25. Juli 2019 die unglaubliche Temperatur von 42,6 Grad gemessen.

Dichte Hecken und eine hohe Baumreihe fallen in nächster Nähe zum Thermometer auf.
Dichte Hecken und eine hohe Baumreihe fallen in nächster Nähe zum Thermometer auf.  © WetterOnline Meteorologische Dienstleistungen GmbH

Die Messung wurde von dem Deutschen Wetterdienst (DWD) anerkannt, damit der Rekordwert in die Geschichte eingeht.

Eine Prüfung war nötig, weil es sich nicht um eine Messstation des DWD-Netzes handelte.

Schließlich war es nie heißer in Deutschland. Erstmals seit Aufzeichnung der Temperaturmessungen ist die Temperatur über 41 Grad gestiegen.

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Und doch wird dieser Rekordwert jetzt von Experten kritisiert. Die Meteorologen von WetterOnline haben entschieden, den Wert nicht in ihren Rekordlisten zu führen.

Um Messungen miteinander vergleichen zu können, gelten Standards der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).

Sie regeln, dass Thermometer an offiziellen Wetterstationen belüftet und vor Strahlungen geschützt werden müssen. Aber auch der Standard für die Umgebung ist vorgegeben.

Um die Station Lingen/Ems stehen allerdings viele Bäume, die nach Meinung einiger Wetterexperten den Wind abhalten, wodurch sich die Hitze staue. "Die in Lingen gemessenen Spitzenwerte sind für nationale wie internationale Vergleiche einer Hitzewelle schlicht unbrauchbar. Der Fehler kann je nach Wetterlage ein bis drei Grad betragen", so Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.

Aus diesem Grund hatte der Deutsche Wetterdienst schon 2014 eine Verlegung der Wetterstation an einen neuen Standort beschlossen. Bis heute hat sich in puncto Verlegung allerdings noch nichts getan.

Titelfoto: WetterOnline Meteorologische Dienstleistungen GmbH

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