Übergriff von Polizisten auf jüdischen Professor bleibt ohne Folgen

Bonn – Die Staatsanwaltschaft Bonn hat Ermittlungen gegen vier Polizisten wegen eines Übergriffs auf einen israelischen Professor eingestellt.

Die Polizei hielt das Opfer zunächst für den Täter und brachte diesen zu Boden (Symbolbild).
Die Polizei hielt das Opfer zunächst für den Täter und brachte diesen zu Boden (Symbolbild).

Die Aktionen der Beamten seien "nach Polizeirecht gerechtfertigte Maßnahmen" gewesen, sagte Staatsanwalt Sebastian Buß am Montag.

Der in den USA lehrende Hochschullehrer Jitzchak Jochanan Melamed war im vergangenen Juli während eines Besuchs in Bonn von einem Deutschen mit palästinensischen Wurzeln attackiert worden.

Die alarmierten Polizisten hielten Melamed irrtümlich für den Angreifer und überwältigten ihn. Da er sich gewehrt habe, habe man ihn am Boden fixiert, hieß es. Außerdem sei er zweimal ins Gesicht geschlagen worden (TAG24 berichtete).

Melamed selbst sagte nach dem Vorfall, er sei "Dutzende Male" geschlagen worden. Außerdem versicherte er: "Ich war nicht zu 100, sondern zu 500 Prozent passiv."

Nachdem die Polizisten ihren Irrtum bemerkt hätten, hätten sie auch noch versucht, ihn von einer Beschwerde über ihr Vorgehen abzubringen.

Gegen die vier beteiligten Polizisten wurden daraufhin Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung und der versuchten Strafvereitelung im Amt eingeleitet.

Weitere Ermittlungen gegen eigentlichen Tatverdächtigen

Buß sagte nun, der Tatverdacht habe sich nicht bestätigt. Es sei natürlich sehr bedauerlich, dass die Polizisten das Opfer für den Täter gehalten hätten. Da sich der Professor aber vehement gewehrt habe, seien die Fixierung und die "Blendschläge" - die keine wirklich harten Schläge gewesen seien - gerechtfertigt gewesen.

Eingestellt wurden auch Ermittlungen gegen den Professor wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte. Gegen den Mann, der den Besucher aus den USA angegriffen hatte, wird dagegen noch weiter ermittelt.

Im Bonner Hofgarten passierte die Straftat.
Im Bonner Hofgarten passierte die Straftat.  © DPA

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