Syrischer Flüchtling bewirbt sich bei Autohaus und bekommt schockierende Absage

Er wollte eine Ausbildung und bekam einen "gut gemeinten" Rat.
Er wollte eine Ausbildung und bekam einen "gut gemeinten" Rat.  © 123RF

Warstein - Knapp zwei Jahre lebt er in Deutschland, hat sich die Sprache schon gut angeeignet, hat einen Führerschein und Abitur. Nun wollte Schadi A (26, Name geändert) endlich mit einer Ausbildung beginnen, doch er bekam eine heftige Absage.

Auf Facebook entdeckte Schadi vor einigen Wochen die Stellenanzeige eines Autohauses ganz bei ihm in der Nähe. „Ich habe mich wirklich gut vorbereitet und ordentlich beworben“, erzählt er im Gespräch mit dem Migazin. Selbst eine Mitarbeiterin des Bonner Jobcenters war begeistert von seiner Bewerbung. Da konnte doch eigentlich nichts schiefgehen! Hoffnungsvoll schickte der 26-Jährige seine Unterlagen ab.

Als eine Woche später ein Schreiben des Autohauses in seinem Briefkasten lag, war die Freude groß - zumindest, bis Schadi las, was dort geschrieben stand.

"Nach Auswertung ihrer Unterlagen sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass Sie nicht unsere Vorgaben erfüllen, um bei der weiteren Auswahl berücksichtigt werden zu können". Jeder, der schon einmal eine Absage bekommen hat, kennt solche Aussagen wohl. Doch dann der Schock für Schadi...

Mitarbeiter rät Bewerber, in sein Land zurückzugehen

Wird es jetzt doch noch etwas mit einem Ausbildungsvertrag?
Wird es jetzt doch noch etwas mit einem Ausbildungsvertrag?  © 123RF

"Ich möchte ihnen eher die Empfehlung aussprechen, in ihr Land zurückzugehen, da der Krieg beendet ist und Sie dort dringend benötigt werden, um es wieder aufzubauen".

Schadi ist verzweifelt. „Ich habe seit meiner Ankunft in Deutschland wirklich alles unternommen, um einen Ausbildungsplatz zu finden. Ich kann verstehen, wenn die Leute einen nicht haben wollen. Aber so etwas hätte ich mir niemals vorgestellt. Ist das normal in Deutschland?“, fragt er.

Nachdem das Migazin den Fall öffentlich machte, hagelte es einen heftigen Shitstorm gegen das Autohaus. Angeblich wurde das Schreiben tatsächlich vom Geschäftsführer Carsten Budde aufgesetzt, doch der wehrt sich nun mit einem offenen Brief bei Facebook.

Er sei fassungslos gewesen, als er vom Inhalt des Schreibens erfahren hatte, "die für das Schreiben verantwortliche Person hat nach einem ersten Gespräch das persönliche Fehlverhalten eingeräumt. Der Sachverhalt wird gründlichst aufgearbeitet und die Konsequenzen werden gezogen", schreibt er.

Budde möchte Schadi nun doch zu einem "persönlichem Vorstellungsgespräch" einladen und sich bei ihm für den "Rat" seines Mitarbeiters entschuldigen.


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