Bonpflicht: Das Ländle freut's, Kunden genervt

Stuttgart – Die neue Bonpflicht kann nach Einschätzung der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DSTG) allein in Baden-Württemberg Hunderte Millionen Euro Steuerbetrug verhindern.

Hunderte Millionen sollen hinterzogen werden. (Symbolbild)
Hunderte Millionen sollen hinterzogen werden. (Symbolbild)  © Jens Büttner/zb/dpa

Pro Jahr würden bei Bargeldgeschäften im Südwesten geschätzt rund 1,5 bis 2 Milliarden Euro hinterzogen, sagte der DSTG-Landesvorsitzende Markus Scholl der Deutschen Presse-Agentur.

Etwa ein Viertel bis ein Drittel davon könne durch die Bonpflicht verhindert werden. Das wäre ein dreistelliger Millionenbetrag.

Seit Jahresbeginn müssen Bäcker, Wirte und andere Geschäftsinhaber mit elektronischer Kasse bei jedem Verkauf einen Kassenbon erstellen.

Selbst bei Centbeträgen, sogar wenn der Kunde den Zettel gar nicht haben will. Viele Händler und Kunden sind genervt: Die Regelung koste Zeit und Geld und schade der Umwelt. Denn die Bons dürfen dank Chemikalien-Beschichtung nicht in den Papiermüll, sondern landen im Restmüll.

Der Landesinnungsverband für das Württembergische Bäckerhandwerk und der Handelsverband Württemberg betonen, sie fänden den Kampf für Steuergerechtigkeit zwar wichtig. "Aber nicht diesen Wahnsinn", sagte Stefan Körber vom Bäcker-Landesverband.

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Steuergewerkschaft, Thomas Eigenthaler, sagte den "Stuttgarter Nachrichten", als Lösung sei auch vorstellbar, an manipulationssicheren Kassen eine grüne Lampe anzubringen, die jedes Mal aufleuchtet, wenn ein Umsatz verbucht wird. Das Aufleuchten würde allen im Geschäft zeigen, dass der Inhaber seinen Pflichten nachkommt.

Ein Bon aus einer Bäckerei.
Ein Bon aus einer Bäckerei.  © Marijan Murat/dpa

Titelfoto: Marijan Murat/dpa

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