Bordellprozess in Chemnitz: Jetzt packt der Kronzeuge aus

Sören P. (39) versteckte sich im Chemnitzer Amtsgericht unter seiner Jacke.
Sören P. (39) versteckte sich im Chemnitzer Amtsgericht unter seiner Jacke.

Von Ronny Licht

Chemnitz - Der Prozess um die geplante Entführung im Rotlicht-Milieu (MOPO24 berichtete) erreicht seinen Höhepunkt. Am Donnerstag packte der Kronzeuge aus. Hat er den Mord am Ende sogar selbst verhindern können?

Die zwei Geschäftsführer des Bordells „Belin“ im Stadtteil Altchemnitz hatten sich im Streit getrennt. Knackpunkt waren angebliche Schulden.

Laut Anklage fasste Sören P. (39) im Mai 2014 den Plan, Torsten K. (35) zu entführen. Dann wollte er den 35-Jährigen zwingen, ihm das Studio zu überschreiben.

Alles flog auf, weil einer der vermeintlichen Mittäter bei der Polizei auspackte. Peter H. (54) hatte früher als Fahrer in dem Bordell gearbeitet.

Er sollte für 5000 Euro Belohnung bei der Aktion helfen: „Ich hatte aber Angst, dass da mehr passiert. Also habe ich die Staatsanwaltschaft informiert.“

Unter einem Vorwand sollte er Torsten K. an den ehemaligen Bahnhof in Gelobtland (bei Marienberg) locken. Dort wartete Sören P. mit zwei Komplizen - im Kofferraum seines Autos hatte er Masken, Klebeband, Elektroschocker und Narkose-Medikamente.

„Ich hatte Angst, dass die Torsten dort verbuddeln“, erzählte der Kronzeuge am Donnerstag.

Am 8. Juli 2014 erschien dann abends um 19.45 Uhr statt des Opfers ein sieben Mann starker Trupp vom Landeskriminalamt - Festnahme. Der Prozess wird fortgesetzt.

Fotos: imago, Haertelpress


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