Kellnerin ist geschockt, als sie die Botschaft von ihren Gästen auf der Rückseite des Kassenbons liest

Bordentown (USA) - Die Kellnerin Lorena Bossi aus der US-Stadt Bordentown war schockiert, als sie die Rückseite eines Kassenbons sah, den sie am Abend von ihren Gästen zurückbekommen hatte: "Wir geben Migranten kein Trinkgeld!!!", stand darauf geschrieben. Bossi wandte sich daraufhin auf ihrem Facebook-Account an die Öffentlichkeit - und wurde gehört.

Lorena Bossi auf einem Facebook-Selfie.
Lorena Bossi auf einem Facebook-Selfie.  © Facebook/Screenshot/Lorena Bossi

Die Amerikanerin schrieb, dass das Ehepaar, welches sie am Donnerstagabend im Café "Under The Moon" bedient hatte "so nett und freundlich" gewesen sei. "Der Mann nannte mich sogar 'süß'", so Bossi in ihrer Facebook-Nachricht.

Der Schein trügte jedoch, denn die Kellnerin fand am Ende ihrer Schicht heraus, was das Ehepaar wirklich von ihr hielt. "Das Wort 'Migrant' wurde fünfmal unterstrichen und sie hatten drei Ausrufezeichen zur Hervorhebung benutzt", so die US-Bürgerin.

Bossi vermutet, dass der Rassismus, der ihr entgegengebracht wurde, daraus resultierte, dass sie in dem Restaurant kurz auf Spanisch mit einer Kollegin gesprochen hatte. Vor drei Jahrzehnten waren ihre Eltern aus Uruguay in die USA ausgewandert, Bossi in den Vereinigten Staaten geboren.

Das Posting der jungen Frau schlug sofort hohe Wellen. Zahlreiche Medien wie "FOX News", "Newsweek" oder auch die "Daily Mail" griffen den Vorfall auf. Vor allen Dingen stellte sich jedoch Bossis Chef hinter seine Mitarbeiterin.

Santiago Orosco, der Besitzer des Restaurants, schrieb über den Vorfall ebenfalls auf Facebook und teilte mit, dass das Ehepaar "Mitte bis Ende Vierzig" gewesen sei. Laut Orosco hätten sich die beiden sehr wohl gefühlt. Sie zahlten allerdings bar und kein Trinkgeld, sodass man sie nicht anhand einer Kreditkarte hätte finden können - für den Chef "feige".

Lorena Bossi hat einen Plan, falls das Ehepaar wieder zu Besuch kommt

Dieser Kassenbon sorgte für mächtig Ärger.
Dieser Kassenbon sorgte für mächtig Ärger.  © Facebook/Screenshot/Lorena Bossi

Orosco, der aus Argentinien in die USA gekommen ist und sich als Tellerwäscher hochgearbeitet hat, bezeichnet sich selbst als einen "sehr stolzen Einwanderer". Er ist seit dreizehn Jahren im Besitz des "Under the Moon" und hat kürzlich einen zweiten Standort eröffnet.

"Wir sind sehr stolz darauf, Teil der Gemeinschaft zu sein. Ich bin in dieses wunderbare Land für eine bessere Zukunft gekommen, die ich mit vielen Opfern, Herzschmerz, Schweiß und Tränen erreicht habe", schrieb er in seinem Facebook-Posting.

Und weiter: "Einwanderung und kulturelle Verschmelzung haben dieses besondere Land geschaffen. Ich bin fest davon überzeugt, dass Zuwanderer einen wesentlichen Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten. Außerdem bin ich schwul. Bei 'Under the Moon' akzeptieren wir alle Menschen, aber keine Ignoranz und Diskriminierung."

Der Restaurantbesitzer sprach außerdem mit "NJ.com" und gab ein klares Statement ab: "In meinem Restaurant gibt es kein Zuhause für Hass, Fanatismus, Rassismus, Homophobie und Diskriminierung." Mittlerweile hat ihm die Gemeinde Hilfe zugesichert, falls es zu weiteren Problemen kommen sollte.

Und Lorena Bossi? Die Kellnerin hat angekündigt das Ehepaar weiterhin freundlich zu bedienen, falls es wieder ins Restaurant kommt, da sie keinen Hass in ihrem Herzen trage.


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