Gewalt durch Migranten: Boris Palmer zur Horror-Tat von Augsburg

Tübingen/Augsburg - Deutschland ist immer noch geschockt über den tödlichen Angriff auf einen Feuerwehrmann (†49) in Augsburg. Mutmaßlicher Haupttäter ist der 17 Jahre alte Halid S., der neben der deutschen auch die libanesische sowie türkische Staatsbürgerschaft besitzt. Jetzt hat sich Tübingens OB Boris Palmer (47, Grüne) geäußert.

"Der Satz, das habe doch nichts mit der Herkunft zu tun, ist schlicht empirisch falsch", sagt Boris Palmer.
"Der Satz, das habe doch nichts mit der Herkunft zu tun, ist schlicht empirisch falsch", sagt Boris Palmer.  © Christoph Soeder/dpa

Palmer wendet sich in einem langen Facebook-Posting an seine Follower. "Leider wird wie so oft das Problem weitgehend ausgeklammert: Es gibt Gewalt mit Migrationshintergrund", schreibt er eingangs.

Wenn man wie die AfD von "Migrantengewalt" rede und zumindest billigend in Kauf nehme, dass alle Menschen mit Migrationshintergrund als potenzielle Straftäter stigmatisiert werden und die Schließung der Grenzen als Lösung propagiere, dann treibe das einen Keil in eine Einwanderungsgesellschaft, der schlimmstenfalls noch mehr Gewalt hervor rufe, so der OB.

"Die AfD hat aber so leichtes Spiel, die Leute zu verhetzen, weil immer wieder versucht wird, die Frage, warum Gewalt und Migration viel zu oft zusammenhängen, zu tabuisieren", mahnt Palmer.

Und weiter: "Der Satz, das habe doch nichts mit der Herkunft zu tun, ist schlicht empirisch falsch. Und wer danach fragt, benutzt keine rassistischen Begriffe, sondern betreibt Ursachenforschung."

"Unter den Zugewanderten und den Geflüchteten gibt es eine erhöhte Kriminalitätsbelastung", beruft sich Deutschlands wohl bekanntestes Stadtoberhaupt auf statistische Werte.

Gewalt durch Migranten verharmlost?

Feuerwehrleute trauern am Augsburger Königsplatz, nachdem ein 49-Jähriger hier attackiert und später verstorben war.
Feuerwehrleute trauern am Augsburger Königsplatz, nachdem ein 49-Jähriger hier attackiert und später verstorben war.  © Stefan Puchner/dpa

Dann kommt er auf den sozialen Hintergrund als Faktor zu sprechen, dieser greife für Palmer jedoch zu kurz: "Es ist eben kein Zufall, das kriminelle Clans überwiegend libanesischer Herkunft (Miri-Clan) sind. Es ist kein Zufall, dass Drogendealer in Baden-Württemberg mittlerweile häufig gambischer Herkunft sind."

Und es sei auch kein Zufall, "dass Gewaltkriminalität bei jungen Männern besonders ausgeprägt ist, wenn sie aus Ländern kommen, in denen Gewalt in Gesellschaft und Familie noch legitim ist, in denen ein Männerbild fortlebt, das auf der Ausübung von Gewalt beruht, in denen patriarchale Strukturen bis heute nicht aufgebrochen wurden."

In den Augen des Oberbürgermeisters mache man es sich zu leicht, wenn man nur auf real existierende Mängel des Sozialstaats und der Integrationsangebote hinweise: "Das anzusprechen fällt uns leicht, denn da kritisieren wir ja die deutsche Gesellschaft und den deutschen Staat."

"Die aus den Herkunftsländern mitgebrachten und an die Kinder weiter gegebene Mannlichkeitsvorstellungen und Gewalt legitimierenden Strukturen zu erkennen und ihnen entgegenzutreten, fällt uns schwerer, weil das fälschlicherweise mit Rassismus und Ausländerfeindlichkeit gleichgesetzt wird", gibt Palmer zu bedenken.

Gewalt im Zusammenhang mit Migration werde in den Augen des Grünen-Politikers verharmlost und nicht konsequent bekämpft.

Kritiker dürfe man nicht als AfD-Idioten abkanzeln: "Unter die Geflüchteten haben sich auch Kriminelle gemischt, die bei uns praktizierte Liberalität wird in manchen Milieus als Schwäche missverstanden und lädt zu weiteren Straftaten ein."

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