TAG24-Bundesliga-Analyse: BVB will Deutscher Meister werden!

Endlich geht es wieder los! Bereits am kommenden Wochenende starten die Bundesligisten im DFB-Pokal in die neue Saison. In der großen Analyse nimmt TAG24 alle 18 Klubs genau unter die Lupe und schätzt die Stärken, Schwächen und den Kader der Teams ein.

Dortmund - Deutscher Meister wird nur der BVB? Könnte dieser beliebte Fanspruch der Anhänger von Borussia Dortmund etwa Realität werden? Möglich ist das nicht erst nach dem 2:0-Sieg im Supercup gegen den FC Bayern München durchaus.

Der Top-Transfer des BVB

Eine hauchzarte Entscheidung für Mats Hummels, der für 30,5 Millionen Euro vom FC Bayern München zurückkehrte. Denn offensiv hatte der BVB im Endspurt der Vorsaison deutlich weniger Probleme als defensiv. Ein entscheidender Mosaikstein auf dem Weg zur angestrebten Meisterschaft könnte der neue Abwehrchef sein.

Mit seiner Ruhe, Erfahrung, Zweikampfführung seinen Führungsqualitäten, herausragenden Pässen und seiner Kopfballstärke dürfte der Weltmeister von 2014 eine gehörige Verstärkung für Dortmund sein und für die gesuchte Stabilität in der Abwehr sorgen. Er ist derjenige, zu dem die jungen Spieler aufblicken und an dem sie sich in schweren Situationen aufrichten können.

Mats Hummels soll der BVB-Abwehr mit seiner Ruhe und Erfahrung Sicherheit geben.
Mats Hummels soll der BVB-Abwehr mit seiner Ruhe und Erfahrung Sicherheit geben.  © Guido Kirchner/dpa

Alle Neuzugänge des BVB

Neben Hummels holte der BVB auch noch Nico Schulz für 25,5 Millionen von der TSG 1899 Hoffenheim. Der deutsche Nationalspieler soll und wird die linke Seite beackern. Genau auf dieser Position hatte Dortmund dringenden Handlungsbedarf. Mit dem gebürtigen Berliner dürfte dort nun wenig anbrennen.

Für die Offensive kam Thorgan Hazard für ebenfalls 25,5 Millionen Euro von Borussia Mönchengladbach und soll an die Form der vergangenen Hinrunde anknüpfen, wo er endlich auch mal konstant Tore schoss.

Ebenfalls für den Angriff wurde Julian Brandt von Bayer 04 Leverkusen (25 Millionen Euro Ablöse) geholt. Diese beiden herausragenden Bundesliga-Spieler erhöhen die offensiven Möglichkeiten von Trainer Lucien Favre noch einmal beträchtlich.

Dazu verpflichteten die Schwarz-Gelben Paco Alcácer fest für 21 Millionen Euro vom FC Barcelona und holten von den Katalanen auch noch ablösefrei Rechtsverteidiger-Talent Mateu Morey.

Aus der eigenen A-Jugend, die Deutscher Meister wurde, zog der BVB Tobias Raschl (defensives Mittelfeld), Patrick Osterhage (zentrales Mittelfeld) und Luca Unbehaun (Torwart) hoch, die aber vermutlich nur eine untergeordnete Rolle im Profi-Kader spielen.

Thorgan Hazard soll die BVB-Offensive beleben.
Thorgan Hazard soll die BVB-Offensive beleben.  © David Inderlied/dpa

Alle Abgänge des BVB

Einzig der Abgang vom starken Innenverteidiger Abdou Diallo (für 32 Millionen Euro Ablöse zu Paris Saint-Germain) schmerzt. Ansonsten wurden mit Alexander Isak (für 6,5 Millionen Euro zu Real Sociedad San Sebastian), Sebastian Rode (für vier Millionen Euro zu Eintracht Frankfurt), Jeremy Toljan (für 2,5 Millionen Euro Leihgebühr zu US Sassuolo), André Schürrle (für eine Million Euro Leihgebühr zu Spartak Moskau) und Felix Passlack (Fortuna Sittard, Leihe) ausschließlich Spieler abgegeben, die bereits in der vergangenen Saison an andere Klubs ausgeliehen waren.

Dazu kommt noch Christian Pulisic, der im Winter für 64 Millionen Euro an den FC Chelsea verkauft wurde, in der Rückrunde aber noch an den BVB ausgeliehen war und erst jetzt endgültig weg ist.

Es könnte wohl noch der ein oder andere Kicker aus dem erweiterten Kader gehen. Kandidaten sind zum Beispiel Maximilian Philipp, Ömer Toprak und Shinji Kagawa. Bei Jacob Bruun Larsen und Sergio Gomez ist jeweils eine Leihe vorstellbar, weil ihre Chancen auf regelmäßige Einsätze gering sind.

Abdou Diallo hat den BVB verlassen und spielt künftig für Paris Saint-Germain.
Abdou Diallo hat den BVB verlassen und spielt künftig für Paris Saint-Germain.  © Patrick Seeger/dpa

Erste Hürde DFB-Pokal: Aufeinandertreffen mit Kevin Großkreutz und dem KFC Uerdingen

Nach dem starken 2:0 im Supercup gegen den FC Bayern München geht es im zweiten Pflichtspiel gleich gegen einen weiteren, auf andere Weise gefährlichen Gegner: Den KFC Uerdingen und Ex-BVB-Star Kevin Großkreutz.

Der stark besetzte Drittligist verfügt in jedem Mannschaftsteil über Bundesliga-Erfahrung und könnte Dortmund vor einige Probleme stellen, wenn die Individualisten als echte Einheit agieren, wovon in dieser besonderen Partie auszugehen ist. Dennoch wäre alles andere als ein Weiterkommen der Borussia eine riesengroße Sensation.

Kevin Großkreutz trifft mit dem KFC Uerdingen auf seine alte Liebe.
Kevin Großkreutz trifft mit dem KFC Uerdingen auf seine alte Liebe.  © DPA

Saisonziel

Favre trägt die mutige Strategie der BVB-Vereinsführung mit, Deutscher Meister zu werden: "Wir haben mit 76 Punkten zuletzt eine sehr gute Saison gespielt. Deshalb sagen wir dieses Jahr, wir spielen um den Titel. Aber wir müssen alles analysieren, jede Sache, und nicht soviel sprechen", so der Schweizer Trainer.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte in Absprache mit der Mannschaft bereits mehrere Wochen vor Saisonstart das Ziel Meisterschaft ausgegeben.

BVB-Coach Lucien Favre geht die offensive Zielsetzung der Verantwortlichen mit.
BVB-Coach Lucien Favre geht die offensive Zielsetzung der Verantwortlichen mit.  © David Inderlied/dpa

TAG24-Prognose zu Borussia Dortmund

Mit dem BVB ist definitiv zu rechnen! Der FC Bayern München bekommt in dieser Saison einen nominell noch stärkeren Konkurrenten vor die Nase gesetzt und bekam das im Supercup (0:2) bereits deutlich zu spüren.

Im Tor steht mit Roman Bürki eine verlässliche Nummer eins. Fällt er aus, ist Marwin Hitz zur Stelle, der ebenfalls über herausragende Fähigkeiten verfügt.

In der Innenverteidigung ist Hummels gesetzt. Daneben streiten sich Manuel Akanji, Dan-Axel Zagadou und Leonardo Balerdi um den freien Platz. Toprak hat maximal Außenseiterchancen.

Als Rechtsverteidiger wird es einen engen Zweikampf zwischen dem arrivierten Lukasz Piszczek und Youngster Achraf Hakimi geben. Hier ist aufgrund der Dreifachbelastung eine Arbeitsteilung wahrscheinlich. Links macht Schulz klar das Rennen gegenüber Ex-Kapitän Marcel Schmelzer.

In der Mittelfeldzentrale führt wohl kein Weg an Axel Witsel vorbei. Mit Thomas Delaney, Mahmoud Dahoud und Julian Weigl stehen gleich drei starke Kicker zur Verfügung, die je nach Gegner und Spielsituation eingesetzt werden dürften.

Das Prunkstück ist allerdings die Offensive: Ob Marco Reus, Brandt, Hazard, Jadon Sancho, Mario Götze, Alcácer oder der umworbene Raphael Guerreiro - hier hat Favre für vier Positionen die Qual der Wahl. Auch Marius Wolf wird vermutlich auf seine Einsätze kommen, weil er vielseitig einsetzbar ist und seine Klasse unter Favre schon nachgewiesen hat.

Mit diesem überragenden Kader führt der Weg zur Meisterschaft nur über den BVB. In der Breite ist Dortmund sogar stärker besetzt als die Bayern. Deshalb ist das Titel-Ziel realistisch. Alles andere als Platz eins oder zwei wäre eine Überraschung.

Den Supercup hat Borussia Dortmund gewonnen. Holt sich der BVB auch die Deutsche Meisterschaft?
Den Supercup hat Borussia Dortmund gewonnen. Holt sich der BVB auch die Deutsche Meisterschaft?  © Marius Becker/dpa

Die bereits veröffentlichten Analysen

Eintracht Frankfurt

Borussia Mönchengladbach

1. FSV Mainz 05

SC Freiburg

Fortuna Düsseldorf

FC Augsburg

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