6-Tore-Spektakel: BVB vergibt Sieg gegen Spitzenreiter RB Leipzig

Dortmund - Kein Sieger im fulminanten Bundesliga-Spitzenspiel! Der BVB und Tabellenführer RB Leipzig trennten sich am Dienstagabend vor 80.200 Zuschauern im ausverkauften Signal-Iduna-Park in einem Fußball-Drama mit 3:3 (2:0). Julian Weigl (23.), Julian Brandt (34.) und Jadon Sancho (55.) trafen für die Hausherren, Doppelpacker Timo Werner (47./53.) und Joker Patrik Schick (77.) verhinderten die Auswärtspleite.

Timo Werner, Diego Demme und Marcel Sabitzer (v.l.n.r.) waren nach dem 0:1 durch Julian Weigl niedergeschlagen.
Timo Werner, Diego Demme und Marcel Sabitzer (v.l.n.r.) waren nach dem 0:1 durch Julian Weigl niedergeschlagen.  © Picture Point/R. Petzsche

In Deutschlands größtem Stadion sollte es zum Jahresabschluss noch mal ein richtig schönes Schmankerl geben. Während der BVB die letzten vier Pflichtspiele allesamt gewann, reisten die Gäste mit zehn ungeschlagenen Partien in Serie an.

Interessant war auch zu sehen, wie die schwarz-gelbe Heimmacht (letzte Pleite im April 2018 gegen Schalke) gegen das beste Auswärtsteam der Saison antreten würde.

Nach ausgeglichenen ersten 15 Minuten mit viel Pressing und wenig Chancen ging die Borussia durch Julian Weigls Weitschuss samt Torwartfehler von Péter Gulácsi in Führung (23.), die Julian Brand gut zehn Minuten später auf 2:0 ausbauen konnte (34.).

Die zweite Halbzeit ließ die Herzen aller neutralen Fußballfans höherschlagen. Erst kassierte der BVB durch zwei Fehler innerhalb weniger Minuten den Ausgleich durch Timo Werner (47./53.), ehe Jadon Sancho (55.) die Schwarz-Gelben wieder in Front brachte. Doch Joker Patrik Schick (77.) durfte noch und besorgte den 3:3-Endstand.

In der Tabelle bleibt damit erst einmal alles beim Alten: RB Leipzig ist weiter Erster, Gladbach (Mittwoch gegen Paderborn) kann bei einem Dreier aber punktemäßig gleichziehen. Gewinnen die Schalker in Wolfsburg und der FC Bayern in Freiburg, würden beide den BVB überholen.

Dortmund mit zwei Toren binnen zehn Minuten

In der 34. Minute traf Julian Brandt (2.v.r., verdeckt durch Thorgan Hazard) zum 2:0.
In der 34. Minute traf Julian Brandt (2.v.r., verdeckt durch Thorgan Hazard) zum 2:0.  © Picture Point/R. Petzsche

Nach dem ungefährdeten 4:0 in Mainz tauschte Lucien Favre sein Team nur auf einer Positon: Raphael Guerreiro ersetzte Nico Schulz (Bank). Julian Nagelsmann brachte Nordi Mukiele, Emil Forsberg und Yussuf Poulsen nach dem 3:0 in Düsseldorf für Stefan Ilsanker, Christopher Nkunku und Patrik Schick (alle Bank).

Das Topspiel begann erwartungsgemäß temporeich, mit viel Pressing auf beiden Seiten, aber auch mit wenig Möglichkeiten in der Offensive.

Richtig gefährlich wurde es in der ersten Viertelstunde nur bei zwei BVB-Ecken. Achraf Hakimi hatte sie jeweils gegen Dayot Upamecano rausgeholt und Mats Hummels kam zweimal recht frei zum Kopfball (2./14.). Beim dritten Versuch geriet er in Rücklage, die Bogenlampe konnte Gulácsi gerade so aufs Netz löffeln (15.).

Dann schlug die Borussia zu: Erst bekam Jadon Sancho den Ball im Strafraum etwas glücklich, scheiterte aber an Gulácsi. Der abgeblockte Schuss landete über zwei Stationen bei Julian Weigl, der aus 20 Metern abzog. Das Spielgerät kam kurz vor dem RB-Keeper auf dem Boden auf und prallte von dessen Schienbein in den Kasten - 1:0 (23.).

Der RB-Knoten schien nach einem gefährlichen Kopfball von Yussuf Poulsen (31.) etwas gelockert - doch der BVB schlug eiskalt zurück: Sancho dribbelte von rechts in den Sechzehner, gab auf den mit dem Rücken zum Tor stehenden Julian Brandt, der sich um 180 Grad und an Upamecano vorbei drehte und per platziertem Flachschuss zum 2:0 traf (34.).

In der Nachspielzeit wachten die Bullen auf: Zunächst klärte Bürki wieder gegen Poulsen zur Ecke, bei der nachfolgenden köpfte der bislang unauffällige Timo Werner gefährlich auf den Kasten - wieder war Bürki da (45.+2).

Doppelter Werner bestraft BVB-Fehler - RB kommt nach erneutem Rückstand wieder zurück

Sechs Minuten nach seinem Anschlusstor traf Timo Werner (r.) in der 53. Minute zum 2:2, nachdem er Keeper Roman Bürki zuvor noch umkurven konnte.
Sechs Minuten nach seinem Anschlusstor traf Timo Werner (r.) in der 53. Minute zum 2:2, nachdem er Keeper Roman Bürki zuvor noch umkurven konnte.  © Picture Point/R. Petzsche

Neben Werner (bis dato noch ohne Treffer gegen den BVB) waren auch die Offensivkräfte Sabitzer und Forsberg absolut abgeschrieben, weshalb Nagelsmann den Schweden zur zweiten Halbzeit durch Nkunku ersetzte. Und plötzlich war RB da.

Einen noch viel größeren Patzer als Gulácsi leistete sich dessen Gegenüber kurz nach Wiederbeginn. Nach Abschlag des RB-Keepers kam Sabitzer nur mit den Haarspitzen ran, der Ball flog Richtung Bürki. Der wollte klärend nach links köpfen, den Braten roch Werner, der sich das Rund schnappte und unbedrängt aus 25 Metern ins leere Tor traf - 2:1 (47.) .

Im strömenden Regen fiel Dortmunds Defensive auseinander. Erst traf Marcel Halstenberg ins Netz, der aber im Abseits stand (50.), dann legte 2:0-Torschütze Brandt unfreiwillig und unnötig für Werner auf, der Bürki umkurvte und innerhalb von sechs Minuten einen Doppelpack schnürte - 2:2 (53.).

Der Budenzauber ging weiter: Hakimi lang rechts raus auf Marco Reus, der ins Zentrum auf Sancho, der Klostermann mit einer Körpertäuschung aussteigen ließ und zum 3:2 einnetzte (55.).

Es blieb ein Budenzauber vom allerfeinsten: Nach langem Ball auf Mukiele konnte Bürki die Hand dazwischen bringen, doch von hinten rauschte der eingewechselte Schick an und erzielte das 3:3 (77.)! Es sollte der Schlusspunkt eines hochspannenden Fußballabends sein.

Am kommenden Wochenende steht für die Bundesligisten das letzte Pflichtspiel des Jahres an. Während der BVB bereits am Freitag (20.30 Uhr/DAZN) bei der TSG Hoffenheim gefordert ist, empfängt RB am Samstag (15.30 Uhr/Sky) den FC Augsburg.

Dortmunds Thorgan Hazard (l.) und Marcel Sabitzer im Kampf um den Ball.
Dortmunds Thorgan Hazard (l.) und Marcel Sabitzer im Kampf um den Ball.  © Picture Point/R. Petzsche

Die Start-Aufstellungen beider Teams:

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