TAG24-Bundesliga-Analyse: Borussia Mönchengladbach peilt die Königsklasse an!

Endlich geht es wieder los! Bereits am kommenden Wochenende starten die Bundesligisten im DFB-Pokal in die neue Saison. In der großen Analyse nimmt TAG24 alle 18 Klubs genau unter die Lupe und schätzt die Stärken, Schwächen und den Kader der Teams ein.

Mönchengladbach - Königsklasse für die "Fohlen"? Borussia Mönchengladbach hat bis auf eine Ausnahme alle Leistungsträger halten- und den Kader gezielt verstärken können.

Der Top-Transfer von Gladbach

Der offensive Außenbahnspieler Marcus Thuram dürfte Mönchengladbach in der kommenden Saison viel Freude bereiten. Der französische U21-Nationalspieler kam für neun Millionen Euro Ablöse von Erstliga-Absteiger EA Guingamp, für den er in der Vorsaison 38 Mal auf dem Platz stand, dabei dreizehn Tore erzielte und einen Treffer direkt vorbereitete.

Der Sohn von Lilian Thuram, der Welt- und Europameister wurde und einer der besten Verteidiger seiner Zeit war, ist technisch versiert, schnell und dank seiner Körpergröße von 1,92 Meter auch extrem kopfballstark.

Wenn er all diese Stärken auch der Borussia einbringen kann und sich schnell an das höhere Trainings- und Leistungsniveau bei den "Fohlen" gewöhnt, dürfte er über kurz oder lang Stammspieler bei Mönchengladbach werden, obwohl die Konkurrenz auf seiner Position groß ist.

Marcus Thuram konnte seine Stärken in der Vorbereitung schon unter Beweis stellen.
Marcus Thuram konnte seine Stärken in der Vorbereitung schon unter Beweis stellen.  © Uwe Anspach/dpa

Alle Neuzugänge von Gladbach

Neben Thuram konnte sich Gladbach auch die Dienste von Stefan Lainer sichern, der für zwölf Millionen Euro von Red Bull Salzburg kam und die rechte Defensivseite beackern soll.

Darüber hinaus holte die Borussia auch noch Breel Embolo für zehn Millionen Euro vom FC Schalke 04, wo er verletzungsbedingt aber selten zum Einsatz kam und sein großes Potenzial nicht entfalten konnte.

Dazu verpflichtete man mit Max Grün einen neuen dritten Torwart vom SV Darmstadt 98 und Laszlo Benes kehrte von seiner Leihe aus Kiel zurück.

Weitere Neuzugänge sind möglich, wenn sich auf dem Transfermarkt noch die ein oder andere gute Gelegenheit ergibt.

Stefan Lainer (l.) kam für zwölf Millionen Euro von Red Bull Salzburg.
Stefan Lainer (l.) kam für zwölf Millionen Euro von Red Bull Salzburg.  © Matthias Balk/dpa

Alle Abgänge von Gladbach

Hier fällt besonders Thorgan Hazard ins Gewicht, der in der abgelaufenen Rückrunde allerdings schwach spielte und in der Form zu ersetzen sein dürfte. In der Hinrunde demonstrierte der vielseitige Angreifer allerdings seine große Klasse. Deshalb griff Borussia Dortmund zu und holte Hazard für 25,5 Millionen Euro.

Des Weiteren wurde mit Josip Drmic ein Stürmer ablösefrei an Norwich City abgegeben, der seine Klasse in Mönchengladbach zu selten zeigen konnte. Zu guter Letzt verlieh Gladbach Ersatztorwart Moritz Nicolas an den 1. FC Union Berlin.

Es könnte darüber hinaus noch zu weiteren Abgängen kommen. So soll Abwehrchef Matthias Ginter von internationalen Spitzenklubs umworben sein. Auch die ein oder andere Leihe von Kickern mit geringen Einsatzchancen ist möglich.

Thorgan Hazard wird Borussia Mönchengladbach fehlen. Er spielt in der kommenden Saison bei Borussia Dortmund.
Thorgan Hazard wird Borussia Mönchengladbach fehlen. Er spielt in der kommenden Saison bei Borussia Dortmund.  © Federico Gambarini/dpa

Hürde SV Sandhausen könnte für Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal ein Stolperstein sein

Der SV Sandhausen ist ein schwieriges Los. Gladbach bekommt es im ersten Pflichtspiel der Saison mit einem Zweitligisten zu tun, der bereits in die Saison gestartet ist und im Match der Saison hochmotiviert sein dürfte.

Dennoch ist mit einem Sieg der "Fohlen" zu rechnen, weil der SVS noch auf der Suche nach seiner Formation ist. Unterschätzen die Bundesliga-Profis ihre Kontrahenten allerdings, könnte es auch ein packender Pokalfight werden.

Der SV Sandhausen könnte für Borussia Mönchengladbach ein unangenehmer Gegner in der ersten DFB-Pokal-Runde werden.
Der SV Sandhausen könnte für Borussia Mönchengladbach ein unangenehmer Gegner in der ersten DFB-Pokal-Runde werden.  © Uwe Anspach/dpa

Saisonziel

Eine offizielle Vorgabe hat Gladbach um Trainer Marco Rose noch nicht ausgegeben. Realistisch ist aber die erneute Zielsetzung europäischer Wettbewerb.

Der neue Trainer Marco Rose verpasst Borussia Mönchengladbach einen anderen Spielstil.
Der neue Trainer Marco Rose verpasst Borussia Mönchengladbach einen anderen Spielstil.  © Federico Gambarini/dpa

TAG24-Saisonprognose zu Borussia Mönchengladbach

Die "Fohlen" sind ein Kandidat für die Champions League. Schon im Tor steht mit Yann Sommer ein herausragender Keeper von internationaler Klasse. Fällt er aus, gibt es mit Tobias Sippel und Grün sehr gute Alternativen.

Bleibt Ginter, ist er in der Innenverteidigung gesetzt. Neben ihm hat auch Nico Elvedi seinen Platz sicher. Tony Jantschke und Mamadou Doucouré sind hintendran.

Auf der linken Defensivseite sitzt der "ewige" Oscar Wendt fest im Sattel. Sein junger Herausforderer Andreas Poulsen wird den 33-Jährigen vielleicht in einigen Spielen zwecks Belastungssteuerung vertreten, doch mehr ist für ihn Stand jetzt noch nicht möglich.

Rechts ist der Konkurrenzkampf dagegen groß. Lainer dürfte hier knapp vor Michael Lang das Rennen machen. Eigengewächs Jordan Beyer, der auch zentral verteidigen kann, muss sich erstmal hinten anstellen.

Auch im Mittelfeldzentrum hat Rose die Qual der Wahl: Denis Zakaria, Florian Neuhaus, Michaël Cuisance, Tobias Strobl, Jonas Hofmann, Laszlo Benes und der momentan verletzte Christoph Kramer (Bänderriss im Sprunggelenk) stehen zur Auswahl.

Auf den offensiven Außenbahnen tobt der Konkurrenzkampf ebenfalls. Thuram, Ibrahima Traoré, Patrick Herrmann, Fabian Johnson oder Hofmann - die Auswahl an Top-Spielern ist groß. Talent Keanan Bennetts hat lediglich Außenseiterchancen und wird wohl wie auch Torben Müsel vor allem in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen, falls sie nicht noch abgegeben werden.

Die beiden Plätze im Sturm sind ebenfalls hart umkämpft: Alassane Plea, Raffael, Embolo und der momentan verletzte Lars Stindl (Schienbeinbruch; Rückkehr im November) wollen im Angriffszentrum spielen. Doch auch einige der Außenbahnspieler könnten in vorderster Front zum Einsatz kommen.

Allgemein hat Rose, der den Gegner früh anlaufen lassen- und einen offensiven Stil pflegen will, viele taktische Variationsmöglichkeiten. Findet er die richtige Formation, spielt Gladbach um die Plätze, die zur Königsklasse berechtigen, mit. Schlägt sich die Dreifachbelastung aber negativ in den Ergebnissen wieder, geht es "nur" in die Europa League.

Der Gladbacher Kader ist vielversprechend, eine Qualifikation für die Champions League möglich.
Der Gladbacher Kader ist vielversprechend, eine Qualifikation für die Champions League möglich.  © Marius Becker/dpa

Die bereits veröffentlichten Analysen

Borussia Dortmund

Eintracht Frankfurt

1. FSV Mainz 05

SC Freiburg

Fortuna Düsseldorf

FC Augsburg

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