Nach Anschlag mit Auto im Ruhrgebiet: Haftbefehl gegen 50-Jährigen

Bottrop - Nach einem Anschlag mit einem Auto im Ruhrgebiet ist Haftbefehl wegen mehrfachen versuchten Mordes gegen einen 50-jährigen Mann aus Essen erlassen worden.

Ein Autofahrer hatte hier in der Silvesternacht seinen Wagen gezielt in eine Fußgängergruppe gesteuert und mehrere Menschen verletzt.
Ein Autofahrer hatte hier in der Silvesternacht seinen Wagen gezielt in eine Fußgängergruppe gesteuert und mehrere Menschen verletzt.  © Marcel Kusch/dpa

Das haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitgeteilt.

Die Sicherheitsbehörden haben derzeit keine Hinweise darauf, dass der Autofahrer Kontakte in die rechtsextreme Szene hat. Bislang habe die Polizei keinen Ansatzpunkt gefunden, "dass dieser Mann irgendwelche Verbindungen hat oder dass er selber in irgendwelchen rechtsradikalen Kreisen sich bewegt", sagte Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch dem Sender WDR5.

Es scheine, dass der mutmaßliche Täter "aus einer persönlichen Betroffenheit und Unmut heraus dann Hass auf Fremde entwickelt hat". Allerdings bräuchten die polizeilichen Ermittlungen noch Zeit.

Der 50-Jährige hatte sein Auto in der Silvesternacht in Bottrop und Essen mehrfach in Menschengruppen gesteuert und dabei acht Menschen verletzt (TAG24 berichtete). Die Ermittler gehen davon aus, dass er aus Fremdenhass handelte. Reul hatte am Dienstag nach den ersten Vernehmungen des Festgenommenen erklärt: "Es gab die klare Absicht von diesem Mann, Ausländer zu töten."

Er habe das Auto in Bottrop und Essen bewusst in Menschengruppen gesteuert, die überwiegend aus Ausländern bestanden. Unter den Verletzten sind Syrer und Afghanen. Staatsanwaltschaft und Polizei sprachen von einem "gezielten Anschlag".

Die Ermittler gaben an, dass sie "erste Informationen über eine psychische Erkrankung des Fahrers" hätten. Der mutmaßliche Täter stamme aus Essen und sei bei der Polizei bislang nicht in Erscheinung getreten, hieß es. Reul zufolge war der Mann in der Vergangenheit in Behandlung.

Titelfoto: Marcel Kusch/dpa

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