Gefährliche Augengrippe in Deutschland!

Feststellen kann die Augengrippe  nur der Augenarzt.
Feststellen kann die Augengrippe nur der Augenarzt.  © 123RF

Bottrop - Das Bottroper Gesundheitsamt meldete Ende vergangener Woche eine dramatische Häufung von ansteckenden Augeninfektionen.

Es seien bereits 18 "laborgesicherte Fälle der Adenovirus-Infektion" bekannt.

Diese Infektion des Auges führt zu einer starken Rötung und Schwellung der Behindehaut. Anfängliche Symptome können mit einer (relativ harmlosen) Bindehautentzündung verwechselt werden. Aber: Die Adenovirus-Infektion erfordert dringend eine augenärztliche Behandlung.

Die konkrete Diagnose kann nur durch einen Arzt gestellt werden. Gibt es eine Häufung der Krankheitsfälle in einer Praxis, besteht Meldepflicht.

Grippeviren befallen demnach Binde- und Hornhaut, die Symptome sind äußerst unangenehm.

Normalerweise verläuft die Augengrippe aber harmlos. Vorbeugend hilft es, sich häufig die Hände zu waschen.

Infektion fordert augenärztliche Untersuchung

Wenn die Augen rot sind und jucken, denken viele zunächst an eine Bindehautentzündung.
Wenn die Augen rot sind und jucken, denken viele zunächst an eine Bindehautentzündung.  © 123RF

Die Augengrippe tritt immer mal wieder lokal gehäuft auf, erklärt der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA). "Das ist ein wenig wie mit einer normalen Grippe", sagt Prof. Hans Hoerauf, der wissenschaftliche Vorstand des Verbands.

Die Augengrippe gebe es jedes Jahr, besonders oft im Herbst und im Frühjahr.

Gegen die Keratoconjunctivitis epidemica, wie die Augengrippe in der Fachsprache heißt, helfen keine Antibiotika. Denn Augengrippe wird im Gegensatz zur bakteriellen Bindehautentzündung von Viren ausgelöst.

Da die Erkrankung sehr ansteckend ist, sollte man bei Verdacht vor dem Arztbesuch in der Praxis Bescheid geben. Damit andere Patienten sich nicht anstecken, wird sollte man laut BVA eventuell in ein separates Wartezimmer gebeten werden.

Symptome einer Augengrippe sind rote, brennende und juckende Augen. Außerdem kann sich die Hornhaut eintrüben. Die Entzündung heilt mit der Zeit von selbst aus. In wenigen Fällen kann es zu Schäden an der Hornhaut kommen, die aber gezielt behandelt werden können, erklärt Hoerauf.

Die Infektion klingt dem BVA zufolge nach einigen Tagen bis zwei Wochen ab. Sind die Augen ausgetrocknet, können Augentropfen und -salben die Beschwerden lindern.

Wie kann ich mich anstecken? Augengrippeviren verbreiten sich durch Schmierinfektion. Eine gute Handhygiene ist also die beste Vorbeugung:

Häufig Hände waschen und auf Händeschütteln zur Begrüßung lieber verzichten, rät der BVA. Um es den Viren nicht zu leicht zu machen, sollte man sich so wenig wie möglich mit seinen Händen die Augen reiben.


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