Bräute betrogen? Laden rückt Kleider trotz Barzahlung nicht raus

Dieser Laden macht viel her. Doch viele Bräute sind enttäuscht von ihm!
Dieser Laden macht viel her. Doch viele Bräute sind enttäuscht von ihm!

Bielefeld - Für eine Frau ist es der wohl schönste Tag im Lebens. Und was braucht eine Braut dazu? Klar, das passende Brautkleid. Das suchten sich auch viele Heiratswillige bei Agora Braut- und Abendmoden in Bielefeld.

Alles schien perfekt: Die Kleider wurden bar im Voraus bezahlt und warteten nur noch darauf, abgeholt zu werden. Doch daraus wurde nichts. Denn plötzlich standen die Bräute vor verschlossenen Türen.

Auf Facebook berichteten zahlreiche Frauen von ihren schlechten Erfahrungen mit dem Brautmoden-Geschäft. "Habe von einer Freundin gehört das die Verkäuferin hinterlistig ist", heißt es dort.

"Wenn man da kauft Kleid direkt mit nehmen kenne 3 Leute die ihre Kleider trotz Bezahlung nicht zur Hochzeit hatten", warnt eine andere.

Mindestens sechs Frauen erging es so in letzter Zeit. Davon berichtete auch der WDR in der Lokalzeit vom 29. März. Seit Monaten warten sie teilweise schon auf ihre Kleider. Allesamt vereint eins: Sie sind stinksauer und haben kein Kleid für die bevorstehende Hochzeit!

Bei jeder wurde die gleiche Masche abgezogen: Im luxuriös und nobel ausgestatteten Geschäft fanden sie ihr Traumkleid. Alles wirkte seriös. Dann sollten sie bar bezahlen.

Sie sind nur ein paar der betrogenen Bräute.
Sie sind nur ein paar der betrogenen Bräute.  © Screenshot/WDR Lokalzeit OWL

Keine von ihnen dachte trotz dieser ungewöhnlichen Zahlungsart an etwas Böses – sie hoben am nächsten Geldautomaten die geforderte Summe von bis zu 2000 Euro ab.

Vor den WDR-Kameras entfachte der Streit mit der Besitzerin erneut, als diese sich ihren wütenden Kundinnen stellte. Die waren darüber verwundert, dass der Laden plötzlich geschlossen ist und der Gerichtsvollzieher schon vor der Tür stand.

"Manchmal lag es nicht an mir. Manchmal waren die Kleider nicht fertig. Manchmal ist was schief gelaufen. Das tut mir wahnsinnig leid. Ich wollte das gar nicht", erklärt Kornelia Helmrich.

Dann packt sie in ihren neuen Räumlichkeiten, die nur eine Straße weiter sind und nicht mehr ganz so nobel wirken, aus: Die Inhaberin ist privatinsolvent. Doch das soll nichts mit den nicht gelieferten Kleidern zu tun haben. Alles wird sich aufklären, verspricht sie.

Die Barzahlung erklärt sie damit, dass sie mit dem Kassieren via EC-Karte Probleme hatte. "Die Kleider werden alle nächste Woche geliefert", lautet ihr abschließendes Versprechen.

So richtig daran glauben wollen die betroffenen Kundinnen allerdings nicht. "Mir ist die Lust auf das Kleid vergangen", klagt eine. Wenn die Geschäftsfrau auch dieses Mal nicht ihr Versprechen hält, wollen die Betrogenen vor Gericht ziehen.

UPDATE, 17.15 Uhr: Mittlerweile wurde auf Facebook eine Gruppe für betroffene Bräute eingerichtet, die sich dort melden und austauschen können. "Wir sind eine Gruppe von betroffenen Bräuten die Ihre Kleider bie Kornelia Helmrich gekauft haben und nie erhalten haben oder aktuell um unser Kleid bangen", steht in der Seiten-Info.

Außerdem wird eine Chronologie des Falls präsentiert: Vom Insolvenzverfahren im Mai 2016 bis zum Gerichtsvollzieher, der den Laden im März 2017 schließt. Auch Versuche der Gruppen-Erstellerin, sich mit der Geschäftsführung in Verbindung zu setzen, wurden dort dokumentiert.

Das Versprechen von Kornelia Helmrich, alles bald aufzuklären und die Kleider auszuliefern, wird dort stark angezweifelt. "Unsere Erfahrung hat gezeigt, das sie vertröstet und leere Versprechungen macht."

Es wird zudem kritisiert, dass die Inhaberin zwar einen neuen Laden hat, aber verheimlicht, wo dieser ist. "Lt. Aussage vom 24.03.2017 ist sie täglich in der benachbarten Schneiderei erreichbar. Am Niederwall 48, 33602 Bielefeld", heißt es auf Facebook.


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