Christkind, Weihnachtsbaum, Advent: Was bedeutet das eigentlich?

Brakel – Bald ist es so weit: Weihnachten steht schon bald vor der Tür. Ein passender Moment, um daran zu erinnern, welche Bedeutung die Symbole Nikolaus, Advent oder der Weihnachtsbaum eigentlich haben.

Der Weihnachtsbaum gehört für viele Familien fest zur Weihnachtstradition dazu. (Symbolbild)
Der Weihnachtsbaum gehört für viele Familien fest zur Weihnachtstradition dazu. (Symbolbild)  © 123RF

Als Kind träumte ein jeder davon, dass das ganze Jahr über Weihnachten sei. Das ist in der Kirche St. Michael in Brakel Realität, berichtete die Neue Westfälische.

"Weihnachten ist ein wunderbares Fest", betont Pfarrer Willi Koch. Deshalb stehen auf dem Altar das ganze Jahr über drei Weihnachtssterne.

Und die sollen immer leuchten: „Einer für Sie, einer für Ihre Lieben und einer für die Toten", betonte der Pfarrer.

Und der weiß auch genau, warum der Adventskranz vier Kerzen hat oder wie das Christkind aussieht. Der Begriff Advent bedeutet so viel wie Ankunft. „Es ist schön, langsam zu merken: es geht los. Früher war das wie die Fastenzeit, eine strenge Zeit. Es durften keine Feiern stattfinden. Das ist gelockert worden", erklärt er. Die vier Adventssonntage habe dann die Kirche festgelegt.

Advent steht für die Ankunft

Die Weihnachtsgeschenke bringt traditionell das Christkind. (Symbolbild)
Die Weihnachtsgeschenke bringt traditionell das Christkind. (Symbolbild)  © 123RF

Der Pfarrer hat bei den Adventsmessen violette Talare zu tragen. „Der dritte Sonntag ist der rosa Sonntag, da wird das strenge Violett unterbrochen. Das soll die Freude fördern: gaudete – freuet euch", erläutert der Pfarrer. Die dritte Adventskerze symbolisiert die Freude. Die anderen drei Prophezeiung, Frieden und Liebe.

Auch der Adventskalender soll auf das sich nähernde Fest aufmerksam machen. Diese Traditionen basieren auf dem evangelischen Glauben und wurden von den Katholiken übernommen.

Und was hat der Nikolaus mit alldem zu tun? "Meterweise nur Weihnachtsmänner", sieht Koch in den Supermarktregalen. Die trafen einen roten Mantel oder einen lilafarbenen, manche sind auch in Regenbogenpapier eingeschlagen. Viele vergessen, dass der Nikolaus nur mit einer Mitra, der traditionellen Kopfbedeckung von Bischöfen, echt sei.

Weihnachtsmann oder Nikolaus hat ein historisches Vorbild

Der Nikolaus oder auch Weihnachtsmann ist eine beliebte Süßigkeit in der Vorweihnachtszeit. (Symbolbild)
Der Nikolaus oder auch Weihnachtsmann ist eine beliebte Süßigkeit in der Vorweihnachtszeit. (Symbolbild)  © 123RF

Und dafür gibt es auch ein historisches Vorbild: Nikolaus von Myra. Der soll im dritten oder vierten Jahrhundert nach Christus gelebt haben. Er "hat sich um die Armen und Bedürftigen gekümmert", weiß Willi Koch. Nikolaus wurde zum Heiligen und an seinem Todestag, dem 6. Dezember, wird ihm gedacht.

Ein weiteres Indiz für das Erkennen echter Nikoläuse sind drei goldene Äpfel: Die sollen die Mitgiftspende symbolisieren. Der Geschichte nach, soll der Bischof verhindert haben, dass Töchter eines mittellosen Vaters als Mägde oder Prostituierte verkauft wurden. In der Nacht soll der heilige Nikolaus drei Goldklumpen durchs Fenster geworfen haben, so konnte der Vater seine drei Töchter verheiraten.

Das nächste weihnachtliche Symbol, der Weihnachtsbaum, stammt aus einem heidnischen Brauch. Doch die grünen Zweige und die Lichter passen auch zum christlichen Weihnachtsfest. „Gott wird Mensch und schenkt uns in der Hoffnungslosigkeit Gottes Sohn", betont der Pfarrer.

In der Tradition soll der Baum bis zur Lichtmess, am 2. Februar, stehen bleiben: „Früher war das so", erinnert sich der Pastor: „Und bei uns stehen die Bäume auch die volle Zeit." Aber ganze 40 Tage beschert den meisten ziemliche viele Tannennadeln von dem Baum. "Heute sagt man auch, bis zu den Drei Königen", lockert Koch die Tradition.

Und nun die wichtigste Komponente, zumindest für die Kinder: Das Christkind, das den kleinen Kindern die Geschenke bringt. Das Christkind ist niemand anderes als Jesus selbst. „Das ist doch das Schöne", erläutert Koch. Das Christkind sehe dabei aus wie jeder von uns.

Als Kind glaubte der Pfarrer, er habe das himmlische Wesen entdeckt: „Heilig Abend vor der Christmette spielte die Kapelle", erinnert sich Koch. Mit seinem Bruder wurde er zum Konzert geschickt, seine Eltern bereiteten zuhause alles weitere vor. Aus der Entfernung habe er in seinem Elternhaus das Christkind mit Geschenken entdeckt. Das dachte er zumindest damals: „Jesus, und da gab’s einen Legokasten."

Titelfoto: 123RF

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