Großbrand in Stall: 80 Rindern droht der Feuertod

Stundenlang kämpften Feuerwehrkräfte gegen die Flammen.
Stundenlang kämpften Feuerwehrkräfte gegen die Flammen.

Von Bernd Rippert

Schlettau - Ein Großfeuer im Erzgebirge hielt in der Nacht mehr als 150 Feuerwehrleute in Atem. Die Helfer retteten zusammen mit Bauern aus dem Ort 80 Rinder vor dem Verbrennen und Ersticken.

Zwei Tiere erlitten dennoch Brandverletzungen. Der Sachschaden liegt bei rund einer Million Euro.

So heiß hatten sich die Feuerwehren den Start in den Männertag nicht vorgestellt. Mitten in der Nacht brach aus ungeklärter Ursache ein Feuer in einer landwirtschaftlichen Lagerhalle in der Alten Buchholzer Straße aus.

Als die ersten Feuerwehrleute eintrafen, war aus einem kleinen Feuer bereits ein Vollbrand geworden. Noch dramatischer: Die Flammen hatten bereits auf einen nahen Kuhstall übergegriffen.

Gemeinsam trieben Landwirte und Feuerwehren die verängstigten Rinder in Sicherheit und auf eine notdürftig umzäunte Weide. Zwei Tiere erlitten Brandwunden und bekamen vom Tierarzt Medikamente.

Die Flammen waren von einer Lagerhalle auf einen nahe gelegenen Kuhstall übergesprungen.
Die Flammen waren von einer Lagerhalle auf einen nahe gelegenen Kuhstall übergesprungen.

Insgesamt 150 Feuerwehrleute aus Schlettau, Dörfel, Scheibenberg, Buchholz, Frohnau, Geyersdorf, Cranzahl und Annaberg stemmten sich gegen das Großfeuer.

Einsatzleiter Heiko Thiele (33) von der Freiwilligen Feuerwehr Schlettau schilderte die dramatische Nacht: „Wir mussten das Löschwasser aus einem knapp ein Kilometer entfernten Teich heranführen. Es war schlammig, nass, verqualmt – ein sehr anstrengender Einsatz.“

Zum Glück bekamen die tapferen Männer Unterstützung durch Landwirte und Unternehmen aus Schlettau. Sie stellten einen Radlader und einen Bagger zur Verfügung.

Den Bagger musste wegen der starken Rauchentwicklung aber ein Feuerwehrmann unter Atemschutz fahren. Er zog das Brandgut am Feuer auseinander, damit seine Kameraden leichter löschen konnten.

Die Halle mit Stroh, Melkanlage und landwirtschaftlichen Maschinen war nicht mehr zu retten. Auch der Kuhstall stürzte beim Feuer ein. Nach Angaben eines Polizeisprechers schätzt der geschädigte Landwirt den Sachschaden auf eine Million Euro.

Jetzt kommen die Brandursachenermittler zum Einsatz. Sie müssen herausfinden, wie das verheerende Feuer entstand.

Die am Löscheinsatz beteiligten Feuerwehrleute richten sich derweil auf einen ruhigen Tag ein. „Wir sind geschafft“, meint Heiko Thiele. „Der Männertag ist für die meisten Kameraden gelaufen.“

Die Rinder konnten zwar in Sicherheit gebracht werden, zwei Tiere erlitten jedoch Brandwunden.
Die Rinder konnten zwar in Sicherheit gebracht werden, zwei Tiere erlitten jedoch Brandwunden.

Fotos: Jens Uhlig


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