Brandanschlag in Meißen aufgeklärt: Zwei Männer verhaftet

Ministerpräsident Stanislaw Tillich (56, M.)bezeichnete den Anschlag als „feige".
Ministerpräsident Stanislaw Tillich (56, M.)bezeichnete den Anschlag als „feige".

Meißen - Der Brandanschlag auf eine geplante Asylunterkunft am 28. Juni in Meißen (MOPO24 berichtete) ist aufgeklärt. Zwei Männer (37, 41) wurden am Mittwoch festgenommen, sie sitzen in Untersuchungshaft.

Laut Staatsanwaltschaft räumten die beiden Männer die Taten ein. Insgesamt waren die Wohnungen von sieben Tatverdächtigen (29, 30, 30, 33, 37, 38 und 41) durchsucht worden. Dabei wurden umfangreiche Beweise sichergestellt.

Hintergrund der Polizei-Aktionen: Am 28. Juni loderten kurz nach Mitternacht Flammen aus dem ersten Stock des frisch renovierten vierstöckigen Hauses an der Rauhentalstraße. Die Unterkunft, in der 32 Flüchtlinge untergebracht werden sollten, war danach unbewohnbar.

Es entstand Sachschaden in Höhe von ca. 100.000 EUR.

Gegen die beiden Beschuldigten besteht folgender Tatverdacht:

Dieses Haus in Meißen wurde zweimal heimgesucht.
Dieses Haus in Meißen wurde zweimal heimgesucht.

1. Brandanschlag am 28. Juni

Kurz nach Mitternacht sollen sie in das Haus Rauhentalstraße eingestiegen sein. Dort verteilten sie Brandbeschleuniger und entzündeten die Flüssigkeit in einer Wohnung im ersten Obergeschoss. Das Zimmer brannte komplett aus. Weiterhin versuchten sie, eine Wohnungstür im Erdgeschoss anzuzünden.

Perfide: Die Täter nahmen in Kauf, dass das Feuer auf die angrenzenden Wohngebäude übergreifen konnte. Den Vorwürfen zufolge wussten sie, dass sich nebenan Menschen aufhielten. Ein Übergreifen des Brandes konnte nur durch die Feuerwehr verhindert werden.

2. Objekt überflutet

Derselbe Schauplatz: Am 14. August suchten die Beiden das Haus noch einmal heim - diesmal kurz vor Mitternacht.

Sie öffneten in zwei Bädern Wasserhähne. Weil aber die zentrale Wasserzufuhr auf der Etage verriegelt war, drehten sie im Keller den Hauptsperrhahn auf. Erneut ohne Erfolg.

Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen gemeinschaftlicher schwerer Brandstiftung und Sachbeschädigung.

Fotos: dpa/Sebastian Kahnert (1)


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