Brandbrief von AfD-Gründer Bernd Lucke: "Rechtsextreme bloßstellen und ächten"

Berlin/Dresden - Brandbrief von AfD-Gründer Bernd Lucke (56)! Er appelliert an die "nicht rechtsextremen Mitglieder der AfD". "Brechen Sie mit den Rechtsextremisten in der AfD! Grenzen Sie sie aus und fordern Sie sie auf, Ihre Partei zu verlassen."

Heute ist Bernd Lucke Europaabgeordneter der LKR (Liberal-Konservative Reformer). Er hatte die AfD 2015 verlassen.
Heute ist Bernd Lucke Europaabgeordneter der LKR (Liberal-Konservative Reformer). Er hatte die AfD 2015 verlassen.  © Frank Molter/dpa

Er fordert die Mitglieder seiner früheren Partei auf, die Rechtsextremen öffentlich bloßzustellen und zu ächten. Lucke lässt auch keinen Zweifel daran, wen er meint: Er zählt in dem Brief zwölf Namen auf, darunter Sachsens AfD-Chef und Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Jörg Urban (55).

Zudem den Dresdner Bundestagsabgeordneten Jens Maier (57). Und die Partei-Chefs aus Thüringen und Brandenburg, Björn Höcke (46) und Andreas Kalbitz (46).

Seit 1945 hätten alle gesellschaftlichen Kräfte ein Tabu respektiert: Rechtsextremismus sei zu ächten. "Die AfD ist die erste große Organisation, die dieses Tabu bricht."

"Warum lassen Sie es zu, dass die Rechtsextremen bei Ihnen eine Heimstatt gefunden haben?", heißt es in dem Brandbrief.

Bernd Lucke, damals Sprecher der AfD, spricht im April 2013 während des Gründungsparteitages der Partei zu den Mitgliedern.
Bernd Lucke, damals Sprecher der AfD, spricht im April 2013 während des Gründungsparteitages der Partei zu den Mitgliedern.  © Marc Tirl/dpa-Zentralbild/dpa

Er lese nicht, dass sich AfD-Mitglieder gegen ihre rechtsextremen Parteifreunde auflehnten, schreibt der Volkswirtschafts-Professor. Rechtsextrem seien nicht nur Holocaust-Leugner oder Antisemiten, sondern auch die, die Deutsche über Menschen anderer Herkunft erheben würden, nur weil diese nicht deutsch seien.

Er appelliert an die AfD-Mitglieder, sich zu informieren, "wie der Krebs des Rechtsextremismus" sich in ihrer Partei ausgebreitet habe.

Lucke hatte die AfD im Jahr 2015 verlassen (TAG24 berichtete), nachdem er als Parteichef abgewählt worden war. Er gründete die Partei Alfa, die wegen eines Namensstreits heute Liberal-Konservative Reformer (LKR) heißt.

Lucke ist LKR-Bundesvorsitzender und Europaparlamentarier.

Titelfoto: Frank Molter/dpa

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