Zahl der Straftaten gegen Flüchtlinge stark gestiegen

Immer häufiger fremdenfeindliche Täter auf Flüchtlinge in Brandenburg los. (Symbolbild)
Immer häufiger fremdenfeindliche Täter auf Flüchtlinge in Brandenburg los. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Potsdam - Die Zahl der Straf- und vor allem Gewalttaten gegen Flüchtlinge und ihre Unterkünfte in Brandenburg ist stark gestiegen. 2016 habe sich die Zahl im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt, hieß es in einer Antwort des Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der Landtagsabgeordneten Andrea Johlige (Linke).

"Das ist unerträglich und zeigt, dass Flüchtlinge in Brandenburg noch immer nicht überall sicher und angstfrei leben können", sagte Johlige am Samstag. 2015 wurden demnach 141 Taten registriert, im Jahr darauf waren es 311.

In den ersten drei Quartalen des aktuellen Jahres seien in Brandenburg bereits 196 Delikte gemeldet worden. In dem Zeitraum seien 55 Menschen verletzt worden, sagte Johlige.

Es dürfe auch der Ermittlungsdruck bei diesen Straftaten nicht nachlassen, forderte sie. Die meisten Übergriffe auf Asylbewerber und Flüchtlinge und ihre Unterkünfte wurden den Angaben zufolge im dritten Quartal in Cottbus verübt (12).

Nach Angaben des Ministeriums wurden Ende August in Angermünde (Uckermark) auch Unterstützer von Flüchtlingen angegriffen. Die Ermittlungen dauerten noch an, hieß es. In den ersten beiden Quartalen gab es bereits jeweils zwei derartige Fälle. Die Helfer wurden attackiert, beleidigt oder es kam zu Sachbeschädigungen.

Außerdem gab es im dritten Quartal 21 rassistisch motivierte Straftaten. Ermittelt werde in diesen Fällen unter anderem wegen Beleidigung oder Verwendung von Kennzeichen von verfassungswidrigen Organisationen.

Titelfoto: dpa (Symbolbild)


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