"Ausländer bringen Krankheiten rein!" Ministerium verurteilt Rassismus-Skandal an Kinderklinik

Brandenburg (Havel) - Nach einem unglaublichen fremdenfeindlichen Vorfall in einer Brandenburger Kinderklinik (TAG24 berichtete) hat das brandenburgische Gesundheitsministerium den Ärzten jetzt deutliche Rückendeckung gegeben.

Die Eltern wollten auf dem Zimmer ihres Kleinkindes keine Ausländer. (Symbolbild)
Die Eltern wollten auf dem Zimmer ihres Kleinkindes keine Ausländer. (Symbolbild)  © 123RF (Symbolbild)

"Jeder Mensch hat das Recht auf ärztliche Versorgung", stellte ein Ministeriumssprecher auf DPA-Anfrage klar.

Das Krankenhaus habe vorbildlich und richtig gehandelt. Jede Form von Rassismus müsse zu jeder Zeit und an jedem Ort entschlossen bekämpft werden. Das Ministerium ging aber nicht auf Einzelheiten ein.

Ein Elternpaar im Kinderklinikum der Stadt Brandenburg (Havel) soll nach einem Bericht der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" wegen einer ausländerfeindlichen Forderung mit dem Chefarzt in Konflikt geraten sei.

Dabei sollen die Eltern gedroht haben, das Krankenhaus zu verlassen, wenn ein ausländisches Kind zu ihrem eigenen Kind, das gerade von der Intensivstation kam, ins Zimmer gelegt werde.

Die unfassbare Begründung der Mutter gegenüber Chefarzt Hans Kössel: "Die Ausländer bringen die Krankheiten hier rein." Der Chefarzt habe daraufhin deutlich gemacht, dass Rassismus in seiner Klinik nicht akzeptabel sei und man Leben retten wolle.

Das zweite Bett im Krankenzimmer blieb dann zwar leer, jedoch nicht auf Drängen der Eltern hin, sondern weil kein weiteres Kind mit gleichem Krankheitsbild zu dem Kleinkind gepasst hatte.

Der Sprecher des Gesundheitsministeriums erklärte, von ähnlichen Vorfällen in anderen Krankenhäusern habe man bislang keine Kenntnis.

Titelfoto: 123RF (Symbolbild)