Deswegen darf "Kleinstadt-Trump" nichts mehr posten

Bürgermeister Arne Raue muss jetzt seinen Facebook-Account schließen.
Bürgermeister Arne Raue muss jetzt seinen Facebook-Account schließen.  © DPA/ Stadt Jüterbog (Bildmontage)

Jüterbog - Die beschauliche Kleinstadt in Brandenburg mit ihren drei Klöstern, ist Träger des europäischen Kulturerbe-Siegel. Eigentlich wollte die selbsternannte Stätte der Reformation durch das Reformationsjahr 2017 im Gespräch bleiben.

Stattdessen sorgt der Bürgermeister Arne Raue seit Anfang des Jahres für Schlagzeilen, wie rbb berichtet. Der Parteilose hat sich vom US-Präsidenten zu viel abgeschaut und inszeniert sich laut Clemens Rostock als "Kleinstadt-Trump".

"Er erinnert an den Amerikaner mit seiner Hetze gegen Flüchtlinge, seinem Demokratieverständnis und seinem Umgang mit der Presse", so der Grünen-Landeschef.

Nicht nur, dass er einer Grünen-Politikerin empfahl "mit ihren drogenkonsumierenden, steuerhinterziehenden und seinewerfenden Parteikollegen" bei Demonstrationen ein Team zur Deeskalation zu bilden. Auf seinem privatem Facebook-Profil kommentierte er einen Beitrag über die Straftaten von Flüchtlingen mit: "Der tägliche Wahnsinn".

Auf Facebook finden sich in den Kommentaren nicht nur positives Feedback zu seinen Äußerungen. (Symbolbild)
Auf Facebook finden sich in den Kommentaren nicht nur positives Feedback zu seinen Äußerungen. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Er soll sogar Flüchtlinge mit Hühnern in einem Post verglichen haben. Vielen Leuten gefällt was er schreibt über die "linksgrün vergifteten Systemparteien" und die "Gutmenschen".

Kritik muss der Bürgermeister aber trotzdem einstecken und das nicht nur im Netz. So warfen 35 Bürger Raue Volksverhetzung und Verleumdung vor und reichten eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein.

Sowohl die Stadtverordneten als auch das Landratsamt befassten sich mit den Vorwürfen und beschlossen einstimmig, dass Raue seinen Facebook-Account schließen muss. Auch auf seinem privaten Account solle er sich mäßigen.

Im Beschluss der Stadtverordneten heißt es: "Ein Bürgermeister muss verfassungstreu und neutral sein. Das war Herr Raue nicht". Doch nicht nur in den sozialen Netzwerken macht er es Donald Trump gleich. Sein Umgang mit Pressevertretern kommt dem, des US-Präsidenten gleich.

So kündigte Raue im Frühjahr an, die Märkische Allgemeine Zeitung (MAZ) boykottieren zu wollen und schloss die Journalisten des Blattes von Pressekonferenzen aus.

Deswegen läuft aktuell bereits ein Disziplinarverfahren gegen den Bürgermeister. Dazu kommt wegen seiner Äußerungen im Netz die Dienstaufsichtsbehörde hinzu.

Titelfoto: DPA/ Stadt Jüterbog (Bildmontage)


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0