Neonazi unterwandert Gemeinde in Brandenburg

Der Rechtsextremist soll ein ehemaliges Mitglied von "Blood and Honor" sein. (Symbolbild)
Der Rechtsextremist soll ein ehemaliges Mitglied von "Blood and Honor" sein. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Lindenau - Die beschauliche Gemeinde Lindenau (Elsterwerda) mit 750 Einwohnern liegt im Süden Brandenburgs. Doch etwas, beziehungsweise jemand trübt die Idylle. Denn wie rbb|24 berichtet, hat sich dort ein Neonazi niedergelassen, sehr zum Unmut des Verfassungsschutzes.

Der Mann aus der rechten Szene ist nämlich kein Unbekannter, denn er leitet den Musik- und Kleidervertrieb "OPOS", der laut Michael Hüllen vom Verfassungsschutz Brandenburg "einer der Big Player der rechtsextremistischen Vertriebsszene" ist.

"Die beiden größten Vertriebe OPOS Records und PC Records in Deutschland kommen auf einen Umsatz von mehren hundertausend Euro", so Hüllen.

Der Neonazi soll bereits 2014 versucht haben, in Lindenau Häuser zu kaufen.

Neo-Nazi engagiert sich besonders in der Gemeinde

Nachdem er dabei zweimal scheiterte, ersteigerte der Mann das "Deutsche Haus" in Ortrand und zog aus Dresden in die Gemeinde. Eine Parkgaststätte im Nachbarort Lindenau kann der Mann ebenfalls sein Eigen nennen.

Getarnt, als Wolf im Schafspelz, soll die Gaststätte von ihm zum Eventcenter umgebaut worden sein. Dort gibt er sich als freundlichen und hilfsbereiten Nachbarn, der zusammen mit dem örtlichen Jugendclub viele Partys organisiert.

"Er sponsert bei Sportfesten, organisiert den Herbstball mit, ist im Oktoberfest aktiv. Man hört eigentlich nur Gutes. Die Pizzaria wird ins Leben gerufen", so der Fußballtrainer des SV Eintracht Ortrand Michael Raak. "Aber ich fürchte, dass dahinter ein leicht perfider Plan steckt, das Ganze vielleicht ein bisschen zu unterwandern oder zu infiltrieren." Er glaubt, dass die Leute die Ansichten des Neonazis dadurch verharmlosen könnten und dann sagen: "Das ist doch alles gar nicht schlimm und die machen doch viele gute Sachen."

Doch der Schein trügt, wie Michael Hüllen erklärt: "Er ist sehr tief in die Szene eingetaucht. Er ist ein ehemaliges 'Blood and Honour'-Mitglied. Das geben unsere Daten her. Er ist einer der Finanziers der rechtsextremistischen Szene."

Sollte der Neonazi in dem Örtchen einen Laden oder wie in Dresden ein Tattoo-Studio aufbauen, dann könnten noch mehr Rechtsextremisten in Lindenau auftauchen.

Nun sei es die Aufgabe der Gemeindevertreter, sich um den Neonazi zu kümmern. Vom Verfassungsschutz erhielten diese bereits einen Brandbrief.

Titelfoto: dpa (Symbolbild)


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