Von wegen Studium: AfD-Politiker frisiert seinen Lebenslauf

Andreas Kalbitz wurde trotz rechtsextremer Vergangenheit zum neuen AfD-Fraktionschef gewählt.
Andreas Kalbitz wurde trotz rechtsextremer Vergangenheit zum neuen AfD-Fraktionschef gewählt.  © DPA

Potsdam - Der ein oder andere neigt bei dem eigenem Lebenslauf gern zu Übertreibungen. So angeblich auch Brandenburgs AfD-Vorsitzender Andreas Kalbitz.

Wie die Märkische Allgemeine berichtet, soll der AfD-Landtagsabgeordnete in seinem Lebenslauf ein Hochschulstudium abgegeben haben, dass er nie absolviert hat. Der 44-Jährige gab an, 2008 an der Fachhochschule Brandenburg Informatik studiert zu haben.

Dabei hat Andreas Kalbitz nachweislich keine einzige Prüfung abgelegt. Wie die Zeitung berichtete, soll der AfD-Politiker auch nicht 2008, sonder von 2005 bis 2007 in der Hochschule eingeschrieben gewesen sein.

Am 17. Juli 2017 wurde Kalbitz dann nach vier Semestern exmatrikuliert, wegen Nichtstudierens.

Andreas Kalbitz (rechts) übernahm im April den Posten von Alexander Gauland in Brandenburg.
Andreas Kalbitz (rechts) übernahm im April den Posten von Alexander Gauland in Brandenburg.  © DPA

Studenten wie Andreas Kalbitz, die zwar eingeschrieben sind, aber weder Vorlesungen, noch Seminare besuchen, werden häufig als "Ticketstudenten" bezeichnet.

Statt das Studium absolvieren zu wollen, haben die es angeblich nur auf die günstige Semesterfahrkarte abgesehen, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren zu können.

Gegenüber der Zeitung bestätigte Andreas Kalbitz, nie eine Prüfung abgelegt zu haben. Er habe nie behauptet, sein Studium beendet zu haben und könne sich auch nicht mehr an das genaue Jahr seiner Einschreibung erinnern.

"Ich habe zwar ne wirklich studiert, war aber mal dort und habe auch mit einer Professorin gesprochen", so der Politiker.

In Brandenburg wurde der 44-Jährige erst im April zum Landesvorsitzenden der AfD gewählt, als Nachfolger von Alexander Gauland. Zuvor war Kalbitz als Autor tätig für rechtsextreme Publikationen wie das Vereinsblatt der "Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland".

Er leitete ebenfalls einen Kulturverein der 1985 von Alt-Nazis, ehemaligen SS-Offizieren und NPD-Funktionären gegründet wurde.

Titelfoto: DPA


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