Steht dieser Mann wirklich unschuldig vor Gericht?

Der 34-Jährige Meik E. wartet mit seinen Anwälten Andreas Boine (l) und Jörg Neuber (r) auf den Prozessbeginn.
Der 34-Jährige Meik E. wartet mit seinen Anwälten Andreas Boine (l) und Jörg Neuber (r) auf den Prozessbeginn.  © DPA

Neuruppin – Dem 34-jährigen Meik E. wird nichts weniger als Mord vorgeworfen, doch er erklärte am ersten Verhandlungstag, dass er unschuldig sei.

Knapp zwei Jahre nach dem Fund eines Skeletts in einem uckermärkischen Brunnen steht der ehemalige Lebenspartner des Opfers wegen Mordes vor Gericht. Der 34-Jährige soll 2009 aus Eifersucht und finanziellen Sorgen auf dem gemeinsamen Anwesen in Schönermark bei Prenzlau seinen Partner erschlagen und in einen sechs Meter tiefen Brunnen geworfen haben.

Die Anklage spricht von Mord aus Habgier und anderen niedrigen Beweggründen.

Die Verteidigung hingegen betonte in ihren Eingangsstatement, es sitze der Falsche auf der Anklagebank. Zeugenaussagen deuteten auf einen anderen Mitbewohner als Täter, erklärte Verteidiger Andreas Boine. Die Staatsanwaltschaft habe sich schon früh auf seinen Mandanten als Tatverdächtigen festgelegt.

Das Opfer und der 34-Jährige betrieben einen Sonderpostenmarkt in Neubrandenburg. 2008 zogen sie mit Bekannten privat nach Schönermark, behielten aber das Geschäft. 2009 verschwand das Opfer, aber niemand meldete den Mann als vermisst.

Erst im Juni 2015 wurde das Skelett bei Bauarbeiten in der Uckermark entdeckt. Die Ermittler nahmen den 34-Jährigen Anfang 2017 in Dresden fest, weil er die Geschäfte des Opfers weiterbetrieben und zum Teil auch dessen Identität genutzt hatte.

In Handschellen wurde der Angeklagte in den Gerichtssaal gebracht.
In Handschellen wurde der Angeklagte in den Gerichtssaal gebracht.  © DPA

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