Drogenberatung 2.0: Süchtige können nun mit Therapeuten chatten

Wildau - Für viele Drogenabhängige ist der Gang zu einer Suchtberatung ein schwerer. Einige suchen aus Scham und Angst erst gar keine Hilfe. Ein neues Projekt im brandenburgischen Wildau bietet für Süchtige nun eine neue Form der Therapie.

 Eine junge Frau sitzt hinter leeren Bierflaschen. (Symbolbild)
Eine junge Frau sitzt hinter leeren Bierflaschen. (Symbolbild)  © dpa (Symbolbild)

Wie der Berliner Kurier berichtet, will der Tannenhof Berlin-Brandenburg e. V. anonyme Hilfe im Internet anbieten. Der Träger hat bereits in beiden Bundesländern sechs Therapie-Einrichtungen, doch damit soll die Suchtberatung nun revolutioniert werden.

"Bisher hatten wir etwa 50 Chats, die Tendenz ist steigend", so Steffen Heindorf. Er ist einer der Therapeuten, die gemeinsam mit Beratern, Pädagogen und Psychologen in der Suchtberatung LDS in Wildau den Modellversuch starten.

"Wir erleben Schicksale und schlimme Lebenssituationen in allen Facetten", so der Therapeut. "Viele sind in einer Situation, in der sie nicht wissen, welchen Schritt sie gehen können. Wenn wir sie darauf bringen, dass sie ihr Leid nicht ohnmächtig ertragen müssen, ist ein kleines Ziel erreicht."

Nun wolle man mehr für das Netzwerk werben und es weiter ausbauen, damit Betroffene und auch Angehörige den Weg zur Suchtberatung finden. "Wir sind überzeugt, dass es eine moderne, richtige Sache ist", so Heindorf.

Titelfoto: dpa (Symbolbild)


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